Leichen im Keller

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Eintrag #0011 - Freitag, 22. August 2008
Das Wesen der Wahrheit und die Natur der Lüge
Ich las vor kurzem den inspirierenden Satz :: "Eine Lüge ist bereits einmal um die Welt gegangen, bevor die Wahrheit überhaupt aus den Startlöchern kommt." Ich dachte sofort an eine Diskussion über Lichtgeschwindigkeit, die ich einmal führte. Es ging dabei unter anderem auch um Gravitation. Was sie sei, wie sie wirke und wie schnell sie sich durch die Raumzeit bewegen würde. An einem Punkt ging es um die Frage wie sich Gravitation im Raum ausbreite, und ich behauptete, dass Gravitation sich wellenförmig fortsetzt. Eine Ausbreitung sei dagegen nicht notwendig, weil Anziehungskraft überall dort sei, wo sich Materie und damit auch Raum befände. So gäbe es bei Gravitation quasi eine Nullzeitausbreitung, weil sie überall dort sei, wo ihre Auswirkung potenziell auftreten könne.
Gravitation wäre demnach schneller als Licht, weil Licht von A abgestrahlt und von B nachträglich reflektiert werden müsse. Gravitation dagegen wäre überall dort wo A oder B oder C sei. Ohne Materie – kein Raum – keine Gravitation. Jemand wollte partout nicht verstehen, dass ich zwischen der Ausbreitung des Mediums und seiner internen Wirkungsweise unterschied. Ich sagte eine Gravitationswelle würde sich wellenförmig im Weltraum fortsetzen, doch die Anziehungskraft selbst sei bereits als Same überall dort vorhanden, wo sich Weltraum befände. Ohne Etwas, das den Raum an irgendeinem Ort ausfüllt, würde jegliche Definitionsmöglichkeit von Raum fehlen, da es immer eines Gegengewichtes braucht, um einen Zustand festlegen zu können. Als Vergleich bemühte ich den Ozean. Eine Welle darin setzt sich kreisförmig und geometrisch vom Ursprung ausgehend ab. Ihr Ursprung ist eine Irritation in der ansonsten ausgeglichenen Wasseroberfläche. Jedoch der Ozean muss nicht mit jeder Welle neu erschaffen werden. Das Wassermedium ist überall dort wo die Welle hingehen kann, denn ohne das Medium wird auch jede Welle bzw. logischerweise auch jeder Eindruck von Ozean ausbleiben.
Ich dachte das sei nur ein leidlich brauchbarer Vergleich mit der Gravitationswirkung, denn die Irritation in der Raumzeit (dem Ozean), welche von einem Planeten (einem Stein) innerhalb des Mediums verursacht wird, ist permanent. Sie flaut nicht ab, wie es bei einer Wasseroberfläche passiert, die sich nach einiger Zeit beruhigt. Man muss sich das vielleicht so vorstellen, dass ein Planet ein ständig auf der Wasseroberfläche vibrierender Stein ist, der permanent eine Wirkung erzielt. Während aber bei Wasser die Welle eine Amplitude zeigt, handelt es sich bei der Raumkrümmung um eine einzelne zum Ursprung der Irritation hin ansteigenden Größe. Die Irritation in der Raumzeit setzt sich dabei kreisförmig bzw. geometrisch vom Ursprung in alle Richtungen des Raumes ab. Mein Gesprächspartner erkannte darin einen Widerspruch, da er glaubte, ich würde sagen die Gravitation breite sich wellenförmig aus und müsse sich gleichzeitig nicht ausbreiten. Ich glaube das hat sich seitdem auch nicht mehr geändert. Der neutrale Zustand der Gravitation ist als Same in der gesamten Raumzeit vorhanden. Die Raumzeit ist überall dort, wo sich Materie/Energie befindet. Das heißt auch die Anziehungskraft ist überall dort wo Materie/Energie ist. Nichts davon bildet sich erst im Nachhinein – außer der Zustandsänderung, wie z. Bsp. bei einer Intensitätszu- oder abnahme.
Was das nun mit Wahrheit und Lüge zu tun hat? Ich denke die Wahrheit ist ein Ozean, der überall dort ist, wo eine Lüge nachträglich hingehen könnte. Eine Lüge kann niemals ohne die Wahrheit existieren. Dem gegenüber kann der Ozean jedoch problemlos ohne den Stein leben, der in ihm Wellen einer Irritation erzeugt. Bei dem klugen Sprichwort von oben wird einem kleingeistigen Menschen suggeriert, dass die Wahrheit schwächer sei als jede Lüge auf der Welt. Ein Heer von Lügen müsste also demnach imstande sein die Wahrheit mit Links auszubremsen und für alle Zeit auszulöschen – zumindest, wenn man der bäuerlichen These von der schneckengewandten Wahrheit glauben möchte. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. Es können noch so vielfältig bunte, fantasievolle und formenreiche Lügen die Welt durchziehen – sie lassen die Wahrheit offensichtlich vollkommen unbeeindruckt. Man kann sie zuschütten, aber niemals verdecken. Man kann sie verdecken, aber niemals verschütten. Hat man die Wahrheit an einer Stelle verdeckt, dann fehlt einem ein Fetzen an der entgegengesetzten Seite. Das Problem ist, dass jedwede Lüge einerseits immer die Wahrheit als Grundlage hat und andererseits niemals die Perfektion erreichen kann, welche der Wahrheit von Natur aus eigen ist. Und so kann dieser vermeintlich philosophische Satz oben auch nicht korrekt sein. Er müsste, wollte er der Wahrheit entsprechen, eher lauten wie :: "Eine Lüge muss umständlich die Welt umrunden, während die Wahrheit ihr allerorten gnädig die Existenzgrundlage schenkt." Zugegeben das klingt längst nicht so schnittig und griffig wie der andere Satz, doch wer hört und sagt schon gern die Wahrheit, wenn kein Vorteil daraus wächst?
Es wird immer wieder gern behauptet, dass es eine definitive Wahrheit überhaupt nicht gäbe. Oder manche behaupten auch, dass die Wahrheit sich jeder ganz persönlich bilden würde. Das sind eindeutige Hinweise darauf in welchem geistigen Umfeld der jeweilige Mensch aufgewachsen sein könnte. Es wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein sehr freigeistiges, liberales und vielleicht sogar demokratisches Umfeld handeln. Diese Dinge sind ja nicht von sich aus verkehrt. Ich bin ein großer Fan von allen und glaube, dass alle diese Dinge mit die größten Gewinne der menschlichen Gesellschaft darstellen. Darstellen könnten – denn ich glaube, dass eine Gesellschaft ihrer auch gewachsen sein muss. Wenn Millionen kleingeistige Thesen mehr gelten, als die eine wirkliche Wahrheit, dann wird eine Welt entstehen, in der mehr Leid und Lüge vorherrscht, als jeder vernunftbegabte Mensch jemals ertragen könnte. Als Resultat der Machtlosigkeit gegenüber diesem Fehl, werden Menschen zynisch, da dies zumeist der letzte Ausweg zu sein scheint, um dem Unabänderlichen seinen Stolz entgegensetzen zu können. Wenn man es schon nicht ändern kann, tut man wenigstens so, als wenn man genau wüsste, dass alles Enervierende am Ende ohnehin verlieren würde. Schon ist man der moralische Gewinner und kann eine weitere halbe Woche überheblich grinsend Zigaretten rauchen. Der persönliche Genuss ist gerettet.
Ich denke die meisten Menschen haben mit den oben genannten Freiheitsadjektiven etwas von ihren Vorfahren geerbt, dass sie im Nachhinein nicht mehr als Befreiung von Absolutismen zu schätzen wussten, sondern im Gegenteil nur noch deswegen liebten, weil jeder neugeborene Sohn und jede neugeborene Tochter plötzlich in die Lage versetzt war, egoistisch zu denken und zu leben, ohne sich deswegen als Verräter an den elterlichen Idealen fühlen zu müssen. Im Gegensatz zur damaligen Zeit ist nicht das Ziel ein von Obrigkeitszwängen befreites Denken zu ermöglichen, sondern man will um jeden Preis der Welt nur eines – Selbstverwirklichung. Nicht mehr die Freiheit der Menschen ist das Ziel, denn das wurde ja im selben Augenblick schon erreicht, als die Befreiung real geworden war. Anstelle dessen ist das nächsthöhere Ziel nun die Befreiung des ICH. Man will dabei allerdings eine Freiheit, die komplette Einbildung ist. Abhängigkeit wird niemals überwunden werden, weil jeder einzelne von uns nur ein Teil einer viel umfangreicheren Wahrheit ist, die wir nicht benennen können. Es ist eine transzendente und in keiner Weise auf das Menschsein begrenzte Wahrheit, weswegen sie auch so gut zu verleumden ist. Dass diese Wahrheit (nur ein geringer Teil davon ist z. Bsp. die gemeinschaftliche Abhängigkeit voneinander) ignoriert wird und das ICH an höchster Priorität gesetzt steht, ist eines der größten Probleme unserer schönen, modernen Welt. Ein sehr großer Teil der Menschheit lebt von Wahrheit entzweit in ständiger, persönlicher Lüge. Wenn man behauptet, dass es eine verbindliche, einzigartige Wahrheit nicht gäbe, dann lebt man in Lüge, denn alles was passiert ist, dass man seinen Egoismus vor sich und aller Welt rechtfertigt. Wenn man andererseits sagt, dass Wahrheit begrenzt, dass Wahrheit durch einen selbst gebildet, oder Wahrheit vom Auge des Betrachters abhänge, dann lügt man sich selbst in die Tasche, das sich – wie man so schön sagt – die Balken biegen.
Man benutzt Schlagwörter einer Vorgängergeneration, die auf gleiche Worte Stolz war, weil es eine verheißungsvolle Zukunft bedeutete. Aber diese Zukunft ist korrumpiert worden und in eine dunkle, von Blut triefende Sackgasse umgeschlagen, in der alle einzelnen diskutieren und behaupten es sei trotz allem der richtige Weg – und wenn schon nicht für alle anderen, dann doch auf jeden Fall für mich selbst und meine Überzeugungen. Ich rede übrigens nicht von Umweltschutz, von Menschenrechten, von der Angleichung der Geschlechterrollen, von Multikulti oder ethnischer Gleichmacherei und der Bekämpfung von Armut und diesem ganzen restlichen Gutmenschentum. Alles das sind nur einzelne, kleine Splitter einer wahrheitlich begründeten Gesamtethik. Die Schlachten, welche auf diesen winzigkleinen Feldern geschlagen werden, sind allesamt dem Untergang geweiht, solange die Einheit verleugnet wird. Ich meine nicht eine Einheit von Menschen, sondern eine Einheit mit dem Ursprung allen Seins. Die Kämpfe, die auf den kleinen Schlachtfeldbereichen stattfinden sind allesamt kurzsichtig wie niederträchtig in Waffenführung und Opferbereitschaft. Das Pulver ganzer Revolutionen wird in Bunkerkriegen vergeudet, ohne das Gesamte in Betracht zu ziehen. Dabei wäre das Einstehen für die unbedingte Wahrheit der einzige Feldzug, den es zu gewinnen gilt. Wohlgemerkt sage ich nicht, dass man die Wahrheit ausrufen und vor sich herum tragen soll, denn damit ist man ihr allergrößter Feind. Die Wahrheit muss nicht richterlich erstritten, mit hübschen Flugblättern beworben oder in bombastischen Kriegen auf das Angesicht der Erde gelötet werden. Die Wahrheit hat gesiegt, bevor die Lüge überhaupt kreativ werden kann. Deswegen kann derjenige, der sich auf die Seite der Wahrheit stellt, auch nur gewinnen und recht haben, denn es gibt nur eine Wahrheit. Gewinnen muss man nicht den Krieg der Wahrheit. Gewinnen muss man den esoterischen Kampf mit sich selbst. Man muss die eigene, interne Unwissenheit besiegen. Der Sieg über die Unwissenheit anderer ist reizvoll aber – dessen bin ich mir trotz allem hier gewiss – sinnlos.
Alles was der Welt in dieser Zeit noch helfen würde, wäre eine gemeinschaftliche Einsicht. Nämlich die, wonach alles Leben auf einer Wahrheit gründet, die niemals ignoriert werden sollte, wenn das Leben für die Gemeinschaft lebenswert sein soll. Wenn das Leben für das ICH lebenswert sein soll, dann bitte diesen Vorsatz ganz besonders viel und vehement ignorieren. Das funktioniert eine Zeit lang. Aber dann sollte man derweil auch nicht von Verbesserungen träumen und davon schwafeln, dass man der Vorreiter einer besseren Welt sei. Nur dann, wenn man die Wahrheit liebt und sich zu ihrem Dasein nicht nur bekennt, sondern sich ihr auch esoterisch verpflichtet fühlt, wird man die Welt besser machen. Nur dann hat die allgemeingültige, universelle Ethik wieder ihren natürlichen Stellenwert in unserer Gemeinschaft. Die Selbstverwirklichung, welche heute so gern als oberster Gewinn des ICH propagiert wird, kann nur dann von Glück und Dauerhaftigkeit gekennzeichnet sein, wenn sie so gut wie möglich auf der Wahrheit aufgebaut ist. Die Perfektion kann man indes niemals haben, denn der Himmel wird niemals zur Erde herunter kommen. Entscheidend ist allerdings auch eher, dass man selber die Richtungen nicht vertauscht. Wenn man den Himmel zur Erde und die Erde zum Himmel macht, dann kann der Weg anschließend nur noch nach unten oder in die Wirrung führen, wenn die Zeit reif ist und dem ICH die Stunde schlägt.
Da ich glaube, dass Einsicht nicht zu den Stärken der Menschen zählt, lebe ich in ständiger Erwartung eines Schlüsselmomentes. Je größer die Lügen wachsen, desto wackeliger ist die Welt, die auf ihnen steht. So muss eine solche Welt auch irgendwann kollabieren, denn das ist eines der vielen Ethikgesetze – die Wahrheit mag gnädig und geduldig sein, aber eben weil selbiges nicht für die Lüge steht, kann nur die Wahrheit den Zerfall auffangen. Denn alles gründet und liegt in ihr. Die Lüge mag das selbstverständlich nicht und hält der Wahrheit gar Egozentrik oder Verachtung der Menschenrechte vor. Das ist lustig. Lachen wird aber freilich nur der, der in der Einheit mit dem Verbleibenden steht. Und wer bzw. was das sein wird, stand meines Erachtens bereits fest, als alles andere noch die leise Andeutung eines schwammigen Konzepts war.
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Nebenbei
man spricht von 'Leichen im Keller' wenn jemandes Vergangenheit unpopuläre Geheimnisse beinhaltet, die gern unter Verschluss behalten werden. Lebensirrtümer und kleingeistige "Phobosophien", die dem Anerkennen von Wahrheit im Weg stehen. Das Konzept dieser Seite, die sich der Blog-Familie zugehörig fühlt aber sich selbst als schwarzes Schaf davon versteht, möchte sich vorwiegend den fragwürdigen Inhalten der sogenannten Moderne und weniger dem Vergangenheitsverdränger widmen.
Im Klartext ... Es geht nicht um Leichen sondern um Wahrheit. Oder genauer um die Wahrheitsfindung aller Art. Wobei nicht mein Anliegen ist die Wahrheit zu okkupieren oder sie für mich zu beanspruchen. Meine Idee beschränkt sich auf einfacher, banaler Mitteilungsliebe und dem vagen und unscharfen Gefühl von Gerechtigkeit und Provokation.
Es kann aber hier und da auch einfach nur um die Freude am Schreiben gehen und im Großen und Ganzen nimmt sich das hier auch nicht allzu wichtig.
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August 2008 - (11 Einträge)
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Eintrag #0010 - Dienstag, 19 August 2008
Nachtrag zu #0001 – Deutungsversuch
Die originalen Schriften des Herrn N. sind in einem alten Französisch geschrieben, das sogar manch heute lebendem Franzosen nicht mehr bekannt ist. Das und dazu die Übersetzung ins Deutsche verdrehen und verändern Betonung, Formulierung und wahrscheinlich noch vieles mehr in einem Schriftstück. Unverändert bleibt aber die geistige Aussage oder Botschaft. Dabei ist sogar egal, ob ein Schriftstück fremdsprachig oder uralt sein mag. Die Botschaft lebt und überlebt auch jede Verfälschung, weil nichts und niemand etwas Spirituelles auslöschen kann – außer vielleicht Gott persönlich, aber das wird er aus gutem Grund bleiben lassen.
Verfälschung ist natürlich trotzdem möglich und die macht, trotz aller Irritation, eben so manchem Hobby-Kryptologen das Leben lebenswert. Und so wird ein uralter, fremdsprachig geschriebener Text voller Rätsel zu einem Abbild eines Ereignisses. Und trotzdem bleibt der Zweifler freilich seinem Dogma blind ergeben.
"Beim End des Umlaufs der grossen Sieben,
wird erscheinen zu Zeiten der Spiele das grosse Blutbad,
Nicht weit entfernt von der Wende des Jahrtausends,
dass die Eintretenden heraustreten aus ihren Gräbern."
Nostradamus Zenturie X 74
Beim End des Umlaufs einer großen Sieben (was wohl selbst dem Dümmsten an einem unten genannten Datum ins Auge gefallen sein müßte), erscheint ein großes Blutbad zu Zeiten der Spiele. Die Zeitungen, Bild- und Tonmedien, wie auch Diskussionsforen waren voll von diesem Blutbad. Von den Spielen ebenfalls. Nicht weit von der Wende des Jahrtausends mag einem Skeptiker wieder vom Blickwinkel abhängen. Ich denke acht kleine Jahre sind nicht sehr viel bei rund neunhundertzweiundneunzig verbleibenden. Die Eintretenden treten aus ihren Gräbern – oha. Bisher gab es keine Berichte von herumwandelnden Zombies. Also ist damit alles Geschriebene und alles davor und danach Schund nebst dem Verfasser? Nö ... denn eingetreten sind die Russen, die mit ihrem reichlich kratzbürstigen Großmachtgehabe eigentlich schon totgeglaubt waren. Klar haben sie auch schon vorher das eine oder andere Massakerchen heraufziehen lassen, aber seit langer Zeit sind sie dabei nicht mehr dem westlichen Bruder derart unverblümt auf die Gusch gestiegen. Sie sind also, nachdem man sie diesseits des rosaroten Vorhangs mit ihren kontrawestlichen Motiven eigentlich schon in der Grabesstille der Geschichte vermutet hatte, aus ihrem historischen Grab heraus getreten und haben nochmal Hammer und Sichel aufblitzen lassen. Weniger vielleicht im Ansturm eines weltweit angestrebten Kommunismus, und doch, denke ich, im Geiste dieser Tradition. Und selbst die wird nicht vollends vergangen sein und noch so manche Migräne verursachen.
Was die Variabilität der geschriebenen Zenturie anbelangt so würde mich wirklich interessieren in welchen zeitlichen Ereignisrahmen dieser Vierzeiler wohl sonst noch passen täte. Dabei zu bedenken die Zahl Sieben, Jahrtausendwende, Spiele und eben Blutbad aber auch "die wandelnden Toten".
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Eintrag #0009 - Sonntag, 17. August 2008
In einer Zeit von Magiern und Hexen
Wann ist eine Kultur eine wirkliche Hochkultur? Die Antwort wird üblicherweise auf Technologie verweisen, denke ich. So kann eine Zivilisation aus dem Altertum zu einer Hochtechnologie werden, weil man bei Ausgrabungen Dinge entdeckt, die dem staunenden Beobachter auf irgendeine Weise anachronistisch erscheinen. Dagegen wird dann vielleicht eine andere gleich daneben liegende Zivilisation für primitiv gehalten, weil man bei denen noch nix so tolles ausgegraben hat. Der Maßstab nach dem also eine Gesellschaft als High-Tech-Gesellschaft gelten darf, ist ein ziemlich dehnbarer Maßstab. Allerdings wird keiner heute ernsthaft sagen wollen, dass wir eine primitive Kultur seien. Und ich glaube manchmal wir sind vielleicht hochtechnisiert und gerade deswegen das primitivste Volk, was man sich im nahen Universum nur vorstellen kann. Dafür gibt's nen einfachen Grund – und der heißt körperliche Arbeit.
Wenn man heute arbeitslos ist, dann wird man (spätestens nach drei-vier Monaten) ziemlich schal beäugt. Man sei dann, heißt es vielleicht gern, ein fauler Sack. Oder Kommunist. Oder ein kommunistischer, fauler Sack. Vielleicht wird man als Spinner bezeichnet, weil man ja so was mit Spiritualität und son Zeug macht. Überhaupt fällt man derb aus dem Rahmen, wenn man das bestehende Gesellschaftssystem irgendwie nicht so toll findet, wie man es gefälligst zu tun hat. Im Film "Pulp Fiction" will ein Gangster auf eine spirituelle Reise gehen und schwärmt von Unabhängigkeit, Freiheit und innerem Frieden. Darauf sagt sein skeptischer Zuhörer, dass sein Ziel sei schlichtweg ein Penner zu werden. Leider hat er damit recht, denn genau das wird man sein, falls man aus dem System ausstiege und sich von allen gesellschaftlichen Zwängen unabhängig machen wollte. Kein Strom, kein Gas, kein Benzin, Geld, Versicherungen, Obdach, ... So lang ist die Liste nicht, aber Rattenschwänze verstecken sich hinter jedem dieser kleinen Worte, die uns als Teilhaber am großartigen Fortschritt so warm das Herzchen streicheln und "Sicherheit" geben. Es ist eine von vielen, vielen Lebenslügen, die wir alle nicht wahrhaben wollen. Mit den Prinzipien dieser Gesellschaft zu brechen hieße mit der Gesellschaft zu brechen. Auf dieser Tatsache und auf diesem psychologischen Haken baut die ganze Weltwirtschaft. Wie wenig der Haken aushält, zeigt sich wenn die Spritpreise in kurzer Zeit zu schnell ansteigen. Das Gejammer wird lauter, je größer der Preissprung ausfällt. Und doch beruhigt sich alles Gejammer schon bald und dämmert bis zum nächsten viel zu großen Plus. Kleine Schritte machen dagegen nichts. Und ab und zu beschleicht mich das Gefühl, dass große Preissprünge nur zur Toleranzdehnung beim Schafsvolk dienen. Whatever.
Man stelle sich mal eine Welt vor, in der jederman seine menschlichen Grundbedürfnisse aus eigener Tasche tragen könnte. Ja ja, jetzt kommen die Gedanken an "Freie Energie", Tesla und Schauberger und son Zeug, aber das meine ich nicht. Jedenfalls nicht allein. Ich rede nicht von dem was wir als Technologie bezeichnen, sondern von einer um nicht zu sagen DER TECHNOLOGIE. Technik ist ein verfremdetes Wort aus dem alten Griechenland wo seine Sinnbedeutung ins Jetzt übertragen "Handhabung" heißen würde. Alles was wir als Technologie bezeichnen ist also nur eine indirekte Technik, weil bei den allermeisten Sachen überhaupt kein Fingerchen mehr gerührt wird. So betrachtet ist eine von diesen komischen Schulrechenmaschinen (mit den vielen Kugeln, die an Metallstangen in einem Holzrahmen befestigt sind und hin- und herschiebbar sind) eine viel höhere Technologie als jeder 4Ghz-QuadCoreRechner auf der Welt. Eben weil man bei dem einen Hände braucht und beim anderen einen guten Schreibtisch, was zum Sitzen und ein Kissen um sich beim Pennen nicht auf die Keckskrümel betten zu müssen. Natürlich ist die Bewegung eines Fingers beim Computer energiemäßig betrachtet vielleicht viel effizienter als bei der Rechenmaschine. Man drückt zum Beispiel das K und der Rechner fängt an in seinem Prozessor ganz wild und ultraschnell alles in Hyperbewegung zu versetzen, damit um Gottes Willen bloß kein Y, P oder ERROR auf dem Bildschirm erscheint. Tatsache ist, die Arbeit macht der Computer und der Mensch davor schreit und fuchert rum, wenn das nicht schnell oder richtig genug geht. Ich glaube die Ähnlichkeit so manches Zeitgenossen mit einem Affen ist dabei nicht allzu erstaunlich, wenn man an das Wort Technologie denkt. Wenn bei einer Rechenmaschine was verkehrt läuft, dann liegt der Fehler nicht an den Kugeln, den Metallstangen oder dem Holzrahmen. Jedes Gefucher würde also ziemlich schnell den wahren Übeltäter in Demut stürzen was beim Computer sehr viel schwerer scheint.
Vielleicht ist eine Gesellschaft, die Tonkrüge und Steinkeile für was ganz wahnsinnig Brauchbares hält, eine viel größere Hochtechnologie als unsere. Mal davon abgesehen, dass man Steinkeile eben tatsächlich nur mit der Hand zu was Nützlichem macht. Ich frage mich immer wieso man eigentlich trotz der vielen Satelliten im Orbit und dem ganzen anderen Hightech-Gedöns heutiger Zeit auch nach fünfzig oder hundert Jahren Fortschrittsrausch immer noch keinen blassen Schimmer davon hat, wo noch mal dieses olle Atlantis gelegen haben mag. Die einen meinen das wäre nur ein literarisches Gebilde ohne jede wirkliche Grundlage. Ein Idealbild, das so ein komischer Platon mal aufgeschrieben hat, als er ganz viel Freizeit hatte. Und dann gibt's die Rationalisten, die meinen Atlantis sei dieser Ort, wo man mal ganz viele Schiffsplanken, Lederklamotten und Tonscherben gefunden hat. Dass dieser komische Platon aber von noch ganz anderen Dingen geschrieben hat, das lassen sie mal lieber außen vor. Nach wie vor hoffen die einen eines Tages ein Straßenschild auf dem Ozeanboden zu finden wo Atlantis und am besten gleich auch noch Lemuria oder so was Merkwürdiges draufsteht. Damit man nur bloß endlich raffen würde wo zum Teufel man alle Bagger und Kräne dieser Welt hinschleppen müsse, um mal so richtig tolle Sachen zu finden. Sachen zum Ankucken, Sachen zum Lesen, Sachen zum Erforschen und Wissenschaftlern.
Es gibt heute angstvolle Skeptiker, die viel Zeit – Arbeitszeit wohlgemerkt – dafür aufwenden um folgendes Problem zu lösen. Es handelt davon, dass man von unserer schönen Welt des Fortschritts rein gar nichts auffinden würde, wenn irgendein dummer Zufall eine Fortschrittszäsur erzwingen würde. Beispielsweise so was Dummes wie ein Atomkrieg. Aber es reicht auch schon, dass einfach nur ein bisschen Zeit vergeht – so vielleicht eine oder zwei Millionen Jahre. Das Problem ist, dass alle Wissensbestände heutiger Zeit oder genauer gesagt sämtliche oder sehr, sehr viele zur Zeit angestauten Daten digital vorliegen. Man lege mal im Geist eine CD mit dem Inhalt der ganzen Nationalbibliothek und einen ziemlich großen und mit wertvollen Büchern angefüllten Bücherschrank nebeneinander in einen Pharaonentempel und warte dann so etwa 500 Jahre. Wenn man's eilig hat, reichen aber auch bereits 50 Jahre um zu merken, dass die Bücher ein bisschen staubig und die CD ein bisschen kaputt gegangen ist. Was bleibt also beispielsweise von einer ganz enorm hochtechnologischen Superzivilisation, die weder CD noch Buch benutzt hat, um Wissen anzuzapfen und weiterzugeben? Die Antwort ist leicht aber nur offensichtlich, wenn man weiß was Wissen ist. Es ist ein geistiges, ein spirituelles Ding. Und wenn man das nun mal bedenkt und an die Leute denkt, die Spiritualität für was ganz furchtbar dämliches halten, dann wird man den leisen Verdacht nicht los, dass jemand anderer viel dämlicher ist.
Das Wissen ist nicht davon abhängig, das ein Mensch es weiß. Es ist sogar erstaunlicherweise ganz genau anders herum. Damit ein Mensch wissen kann, muss es einen Wissensbestand, also eine Wahrheit geben. Aber wie kann man Wissen erlangen? Indem man es aus langweiligen Büchern aufsaugt oder auf die Verfilmung wartet? Oder vielleicht indem man alle aktuellen Nachrichtensendungen und Dokumentationen auf den Stundenplan setzt? Wenn Wissen nicht davon abhängt ob es gewusst wird, dann muss auch niemand etwas ankucken, lesen oder begreifen was auf ein Wissen hinweist. Anstelle dessen kann man Wissen dadurch erlangen, indem man es direkt aus dem Äther saugt. Das Wissen ist spirituell und immer da, also muss man seinen eigenen Geist bildhaft gesprochen auf die Frequenz der Wissensquelle einstellen um es zu empfangen. Das heißt nicht, dass man sich mit lustigen Sachen betäubt, in eine Wolke aus Weihrauch hinsetzt und dem Geplärr von einem ominösen Onkel aus der Dimension X zuhört. Es heißt, dass man sich um Philosophie bemüht. Das tut man nicht durch das Drücken von K oder durch das Beobachten besonders aufschlussreicher Rechendiagramme.
Bei der Erforschung der vedischen Schriften stieß man auf die erstaunliche Erkenntnis, wonach angeblich in früherer Zeit der Veda (das ewige Wissen) allein mündlich weitergegeben wurde. Und das wo doch die vedischen Schriften ganze Räume mit ziemlich unhandlichen Schriftrollen füllen und wöchentlich eine Armee von Staubwedelschwingern beschäftigen. Wenigstens verdienen die gut und das ist heute ja sehr wichtig. Die Frage wieso man den Inhalt all dieser Schriften irgendwann mal mündlich an die Schüler weitergegeben haben mag, interessiert höchstens einen Fan obskuren Partywissens. Dass es allerdings eine ganz einfache Logik hinter diesem Fakt gibt, erschließt sich wohl nur selten jemand. Die Tatsache, dass vedische Schriften eben auch ein sehr altes Gut darstellen ist wichtiger als der spirituelle Inhalt all dieser guten, alten, wertvollen Schriften. So sind sie ... die Leute von heute.
Wow, da hab ich echt nen ewig weiten Bogen angefangen. Ich geh mal von der anderen Seite ran und halte mich an die anfänglichen Stichworte Magier und Hexen fest. Also alte Gesellschaften hatten ja gern mal so einen Typen männlichen oder weiblichen Geschlechts dabei, der ganz wunderliche Dinge mit Pflanzen und so komischen Stäben und ganz viel Singen, Murmeln und vielleicht auch Grunzen gemacht hat. Heute nennt man die natürlich dämliche Spinner, aber damals – also wirklich sehr weit damals da waren solche Leute sehr gerühmte und geachtete Menschen. Entweder weil alle anderen Menschen damals total was anner Waffel hatten, oder aber weil wir heute was anner Waffel haben und nur zu cool und technologized sind um es zu kapieren. Dabei ist der Unterschied zwischen uns und den Primitivlingen eigentlich nur der, dass wir heute glauben mehr zu wissen, als die damals. Ob das wirklich wahr ist, darf bezweifelt werden. Fest steht folgendes: Wissen ist zeitunabhängig und unabhängig vom Wissenden. Und außerdem steht fest, dass wir heute unser Wissen davon abhängig machen, dass möglichst viele Bücher gewälzt werden und möglichst glänzende Wissensauszeichnungen an den Wänden baumeln. Damals hat man Wissen von der Spiritualität eines geistigen Führers abhängig gemacht. Denn der konnte einem Rat in jeder Lebenslage geben und konnte einem helfen, wann immer man ein spirituelles oder körperliches Problem hatte.
Ich denke es gab mal vor sehr langer Zeit eine Gesellschaft auf diesem Planeten, die neben all der Kunstfertigkeit in der Architektur ihrer Umgebung auch hoch entwickelt im spirituellen Aspekt des Daseins war. Diese Menschen waren mit der feinstofflichen Gedankenwelt, dem spirituellen Ozean wesentlich enger verbunden als die Menschen der letzten vier, fünf oder zwanzigtausend Jahre. Sie ließen sich nicht einreden, dass etwas nicht ginge, weil es zu teuer oder zu kompliziert herzustellen wäre. Sie machten ihre Gedanken nicht auf dem Weg körperlicher Arbeit zu einem Teil der festen Welt, sondern sie nahmen den Gedanken direkt aus dem Geist und ließen ihn mit einem Atemzug oder dem Zwinkern der Augen in die Festwelt herunterfallen. Wenn sie einen schweren Stein heben wollten, dann nahmen sie ihn im Geist auf und ließen ihn dort herunter wo sie es wünschten. Wenn sie sich über den Boden erheben wollten, dann konzentrierten sie ihre spirituellen Fähigkeiten auf die feste Materie ihres Körpers und hoben sich selbst ohne jede energetische Abhängigkeit nach unserer heutigen Vorstellung aus dem Stand. Sie dachten sich fliegende Geräte herbei, um damit vor dem Ersticken in luftleeren Räumen (wie z. Bsp. dem Weltraum) gewappnet zu sein. Die Fortbewegung des Geräts hing allein von ihrer Willenskraft und ihrem Vorstellungsvermögen ab – ebenso übrigens wie das anvisierte Reiseziel. Gesundheit war keine Frage von ausgefeilter Chirurgie oder chemischen Mittelchen, sondern allein eine Sache des Verbundes von Körper und Geist. Alles was Teil der von uns so hoch beschworenen Wirklichkeit ist (also die Materiewelt schlechthin) war ein Spielball für jene fern vergangenen Menschen aus der tiefsten aller untiefsten Vorzeiten. Einer Zeit, die wir heute nur erahnen und seicht träumen können, weil uns die tolle "Technologie" stumpf gemacht hat. Diese Menschen (die nebenbei zu keiner Zeit je Vergangenheit waren) bewundern uns wegen unserer Selbstsicherheit und sie betrauern unsere Verwirrung. Denn sie wissen, dass geistige Tiefe allein davon abhängt was eine Gesellschaft fähig und bereit ist zu glauben und, dass Entwicklung immer im Geist beginnt und bei der Materie endet. Auch ein Grund weswegen diese von uns vergessenen Menschen immer noch leben und uns ansehen jeden Tag. Und warum und wieso finden wir wohl heute die lebendigen Beweise ihres Daseins nicht? Die Antwort in der nächsten Folge, wenn es wieder heißt "Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen" ... Denn zwar ist die Wahrheit, das transzendente Wissen nicht begrenzt, aber das Wissen eines Menschen ist es überall dort wo die Vorstellungkraft Schranken hat.
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Eintrag #0008 - Samstag, 16. August 2008
Vom Drama der Verfolgten und ihrem Wunsch nach Verdrängung
Immer wieder hat die Gesellschaft unter der Wahrheit einzelner Menschen oder Gruppen gelitten. Eigentlich gab es niemals einen anderen Tag, weil sich höchstens die Schattierungen des Leids lichten oder verdichten wie der Ozean im Gezeitenwandel. Die Ausrufer von Wahrheit lösen sich nur ab. Allesamt verbindet aber eines: sie bestehen auf der Richtigkeit ihres Wortes und sehen kein Problem darin ein Menschenleben oder hundert weitere zu zerstören, damit ihr Wort ein paar Stunden länger richtig bleiben darf. Mitunter führt das zu längst überwunden geglaubten mittelalterlichen Szenen wo Menschen auf ein Wort reduziert und anschließend hämisch gebrandmarkt werden.
Mal angenommen da kommt ein kleiner, in den letzten acht Jahren bisschen doll ergrauter Mann in einen Buchladen und sein Name ist George. Er fragt den bärtigen, alten Buchverkäufer, der eigentlich schon arbeitslos oder tot sein müsste, wie George sich insgeheim denkt wo doch alle Welt nur noch ganz viel public viewt, nach einem Buch. Aber ein spezielles Buch muss es sein sagt er. Denn es ist ein Buch, das von den Geheimnissen der Welt handelt. Der Buchhändler macht verschreckt den Mund auf und haucht ein phonetisch gemaltes Fragezeichen hindurch. Dann versichert er, dass er solche Bücher nicht führe, weil sie immer so große Probleme mit Volksverhetzung machen – ganz besonders das Buch von George. Eigentlich gibts dat auch gar nicht, beschwört der alte Mann den kleinen, grauen George. Jedenfalls, sagter, nicht in folgenden Regalen. Und dann zählt er alle Regale seines ziemlich rätselhaft großen und mehrstöckigen Buchladens auf und hofft insgeheim, dass der George versteht. Aber George versteht nie was. Nach etwa einer Viertelstunde fährt der Buchhändler mitten im Satz und dem angezählt siebenundneunzigsten von hundert Regalen aus der Haut und schreit dem verblüfften George ins Gesicht, dass er ja auch mal ein bisschen mitdenken könne, ne!? Anschließend packt er den kleinen Mann an der Krawatte, schleift ihn zu einem dunklen Regal im Heizungskeller wo ganz verstaubt Verschwörungstheorien auf einem Schild steht und zeigt George das Buch, das er sucht. Aber George sagt "ach dat kenn ich ja doch schon" und geht wieder nach Hause zu Papa.
Das rätselhafte Buch, das gar nicht da ist, enthält eine – ich möchte sagen – protokollartige Auflistung aller notwenigen Zutaten für ein massenunverträgliches Großmeistergericht. Und wer es uns allen kochen möchte, will nicht verraten werden. Da steht unter anderem eine Abhandlung über die Manipulation von Meinung und ein literarisch unbeholfener Versuch mit der etwas blasierten Überschrift "Wie regiere ich die Welt in hundert Jahren?". Zuerst ein Krieg gegen einen Roten, dann einen gegen was Braunes und schließlich einen gegen alle Menschen mit steinernen Ritualen. Und das alles in einem Buch, das schon fast hundert Jahre alt ist und eigentlich niemals wirklich verlegt wurde. Nein, sagt der kluge Mann der Neuzeit, es handelt sich um einen rechten Schelm, der Wahres darin vermutet. Und der Versuch es zu verbreiten wird gar mit dem Tode bestraft, weil schließlich alles was Falsch ist auch niemals geglaubt oder auch nur gewusst werden darf.
Und trotzdem kommt da irgendein George vorbei und fragt nach dem verbotenen Kochbuch und behauptet gar es schon zu kennen. Wie geht das, dass ein Buch nicht echt ist und doch bekannt ist? Und vor allem wie kann es sein, dass ein Buch, das von vorn bis hinten erstunken und erlogen ist, sich im Nachhinein ganz verdächtig mit bereits stattgefundenen Vorkommnissen deckt? Ist es bei diesen Vorgaben eigentlich überhaupt wichtig, ob so ein Buch echt ist oder nur einer Fantasie entsprang?
Die Geschichte des Buchs kenne ich nicht und ich weiß so auch nicht wie es entstand, wer es verfasste bzw. wer der geistige Urheber der enthaltenen Ideen war, wie es schließlich an die Öffentlichkeit kam oder was im Gesamten vom Geschriebenen zu halten ist. Viele Merkwürdigkeiten sind mit dem Protokoll verbunden. Sonderbar erscheint fast, dass viele historische Banausen der letzten Dekaden immer irgendwie das Buch als Grund für ihre zuweilen überhand nehmenden Aggressionen und ihren tief verwurzelten Zynismus in Bezug auf die Welt ausgaben. Und so kommt, dass wer es heutzutage in einem unklugen Kontext benennt, gern mit dunklen Gestalten der Geschichte in einem Schuber geführt wird. Mal zurecht aber manchmal, wie mir scheint, eben auch zu unrecht. Und weil ich Unrecht, wenn es aus einem Stumpfsinn heraus und vielleicht noch von Seiten der gewählten Staatsdiener oder anderen Verbänden und Vereinen kommt, abgrundtief und aus allerallertiefster Dämonenseele hasse, darf die Frage nach dem rätselhaften Buch nicht fehlen, wenn man im Leben an Wahrheit interessiert ist. Das Buch ist allerdings – ebenso wie sein Titel – gegenstandslos und unwichtig. Ich sympathisiere weder mit noch gegen die dort verbreiteten Ideen und viel wichtiger ist ich schere nicht eine ethnische Gruppierung über einen Kamm und ließe mich so z. Bsp. fälschlich als "Antisemit" verurteilen. Ich denke je mehr Leute die Frage nach der Wahrhaftigkeit des Buches stellen und sich plötzlich im Ketzerfeuer wieder finden, desto fragwürdiger erscheinen die Ziele all derer, die Instrumente des Wortes sind.
Wer ein Geheimnis auch dann behalten will, wenn es längst keines mehr ist, der wird mit Händen und Füssen gegen jeden strampeln, der das offene Geheimnis im Bewusstsein der Leute hält. Die gewählten Mittel sind dabei selbst dann in Ordnung, wenn sie gegen Wahrheit und Ethik gerichtet sind. Mir ist das Buch egal. Aber was mir nicht egal ist, das bezieht sich direkt auf die Idee des Buches. Gleichgültig ob sie einer Fantasie entsprungen ist, oder eben die Doktrin eines realen Verbandes sein mag, ist die Idee selbst eine konkrete Sache geworden. Dass sich außerdem die Idee mit der Wirklichkeit zu überschneiden scheint, sehe ich als Hinweis für die Existenz eines fragwürdigen Verbandes. Das wiederum würde für die Wirklichkeit eines ziemlich abartigen Planes stehen, den zu ignorieren sich niemand leisten kann. Und wenn ich mich mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% irre, dann würde ich als wacher Geist ziemlich interessiert an dem einen winzigklein anmutenden Prozentchen sein, das für eine vollkommene Gewissheit fehlt. Wenn – denn ich persönlich sehe die Wahrscheinlichkeit weit jenseits von 50%. Und leider handelt es sich bei der angesprochenen Idee keinesfalls um eine Frage auf dem Niveau ob ein Häkelabend im Freien stattfindet oder wegen Regen ausfällt. Das kann natürlich nur nachvollziehen, wer das Buch kennt. Nur soviel – ein Häkelabend wäre im Versuch eines Vergleichs mit der im Buch offenbarten Idee auf der nach oben offenen Richterskala eine Erschütterung vergleichbar mit einer von einem Bordstein springenden Ameise. Die Idee aber wohl so was wie eine zwölf.
Ich weiß, dass mein Anliegen keiner Rede wert ist, weil es kaum jemand wahrnimmt – geschweige denn wird jeder mich verstehen. Auch in diesem Fall ist mir die Entwicklung des Ganzen gleich, weil ich sie nicht beeinflussen kann/will. Ob ich es dennoch tue oder nicht steht auf einem anderen Blatt. Auch bei diesem Thema sehe ich allein die Philosophie als primäres Interesse. Die Wahrheit scheint mir immer dann verschüttet, wenn leichtfertig mit Floskeln herum geworfen und das Wort anderer Leute wiedergekäut wird. Immer dann werden Geheimnisse zu einer interessanten Sache und da es die Aufgabe des Geistes ist Licht in die Welt zu bringen, kann man sich dem Geheimnis eben nicht verschließen. Natürlich ebenso wie ein Geheimnis auf immer verschlossen bleibt. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass mich auch diesmal allein der Versuch von Gleichgewicht und Wahrheit reizt.
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Eintrag #0007 - Samstag, 9. August 2008
Was stört den Mainstream eigentlich an den "Verschwörungstheoretikern"?
Auf Spiegel Online las ich einen Artikel, bei dem mir im Nachhinein nicht ganz klar war, was eigentlich das Problem der Redakteure sein mochte. Können die etwa irgendwie nicht mehr mit Polemik umgehen, oder liegt es vielleicht eher allein an ihrem Unvermögen künstlerischen Ausdruck und wirkliche Meinungsäußerung auseinander zu halten? Da ich das Problem nicht nur bei Spiegel Online sehe, müßte eigentlich eine dringliche Warnung ausgesprochen werden. Aber wer bin ich sowas zu entscheiden?
Ich kriege das Kotzen, wenn ich im Zusammenhang mit "11. September" auch irgendwo im gleichen Absatz "Verschwörungstheoretiker" lese, weil sich irgendein bienenfleißiger Lakai irgendeines etablierten Schmalbandmediums (namentlich vielleicht WAZ oder eben auch Spiegel) dazu mehr oder weniger berufen fühlt dem Kanon der öffentlichen Meinungsansage mehr Gehör zu verschaffen. Ich kotze, weil es eigentlich die Aufgabe der Informationsmedien sein sollte, das Aufklärungsorgan des kleinen Mannes und das Kontrollelement gegenüber den Einflussreichen zu sein. Beides wird meines Erachtens immer wieder explizit vernachlässigt und ich komme beizeiten nicht umhin zu fragen, ob dahinter ein – nennen wir es mal "koordinierter Wille" steckt. Die informationsapokalyptische Hetze gegen anders lautende Meinungen ist scheinbar immer seltener ein Problem. Jemand anderes in der weitläufigen Steppe der Blogosphäre glaubt gar, dass Herr Joseph P. Goebbels seine wahrrre Frrreude an unserrren frrreien Medien hätte. Ich glaube damit liegt der gar nicht so verkehrt. Neben Goebbels wird auch Bernays Beifall klatschen. Obwohl dessen Wirken das Bild des 20. und zweifellos auch wenigstens den Beginn des 21. Jahrhunderts beispiellos geprägt hat, steht der geistige Pate der Public Relations im Zwielicht der Geschichte. Und das, obwohl er doch der Neffe des berühmten Doktor Freud und sogar Lehrer des Herrn Joseph P. war.
Paradebeispiel für die immer noch gut geölte Propagandamaschine letzter Monate ist die Kampagne gegen Eva Herman, welcher sich wie eine Stampede von Rindviechern der überwiegende Teil der gut hör- und sichtbaren Medieninhalte gewidmet hatte. Das Wort Hexenjagd bekam so eine neue Facette und selbstverständlich schämt sich bis heute kein medial lebendiger Masseninformant wegen dieser hinterwäldlerischen Rufmörderei. Schließlich war alles vollkommen in Ordnung und das Thema ist wohl sowieso nicht mehr so hip um jetzt noch über den Tiefpunkt journalistischer Arbeit angewidert die Mimik zu verziehen.
Anders bei so einem in die Jahre gekommenen Thema wie dem so genannten „elften September“, das ja quasi wie eine eigenständige Marke durch die Infotainmentwolken geistert und immer wieder gute Kasse verspricht. Fast muss man sich fragen wer eigentlich das Copyright besitzt. Sobald nur irgendein Furz gegen die offizielle Version des rätselhaften Tages und seiner vielen Vor- und Folgetage anstinkt, drücken in allen Medienhäusern des „freien Westens“ synchron die Schreiberlinge den „Verschwörungstheoretiker-Knopf“ – gern auch mehrmals und in Panik und/oder wahlweise auch Empörung. Mag vielleicht nur daran liegen, dass weniger als zehn Jahre eventuell nicht ausreichend sind, um Abgeklärtheit oder Objektivität zu verlangen. Niemand ist perfekt.
Vor dem „elften September“ war das Label „Verschwörungstheoretiker“ vielleicht mit so lustigen Themen wie „Akte X“ oder „Roswell“ verbunden. Danach scheint derselbe Stempel auf einer Höhe mit dem Nominativ „Terrorist“ zu liegen. Wohl stärker als davor (und zumindest bis jetzt gerade eben) hat der ominöse Septembertag, der ein ganzes Jahr und vielleicht ein ganzes Jahrzehnt in den Schmutz zu zerren vermochte, zu einer Teilung der Gesellschaft geführt. Nun gibt es sowohl links als auch rechts extreme Ansichten in Bezug auf Sicherheit oder Verantwortlichkeit und so weiter. Das mag soweit gehen, dass Jobbewerber heutzutage keine Anstellung mehr bekommen, weil sie sich irgendwann in einem zugewucherten Internetforum einen geschriebenen Kommentar der Saftigkeits-Höchstmarke leisteten, der volle Gerade gegen die heilige USA oder ihren Führer gerichtet war. Wie kann man nur? Wie kann man nur wagen seine eigene Ansicht über etwas zu haben, die dazu noch unautorisiert am geltenden Schema-F der Meinungsmaschine vorbei gemogelt wird? Wo kommen wir bloß alle hin, wenn nun jederman hinginge und seine ganz persönliche, kleinbürgerliche Meinung über politische, philosophische oder religiöse Inhalte publiziert? Muss man da nicht Angst um die schöne Welt des Okzidents bekommen, wo noch Werte und Ethik gelten wie sonst nirgendwo? In einem anderen Blog meint jemand, der sich als ex-blond bezeichnet, dass der um sich greifende Antiamerikanismus Schuld an der moralischen Aushöhlung der westlichen Welt und ihrer langsamen aber stetigen Spaltung sei. Ich glaube alles was sich spaltet ist die gesunde Unterscheidung zwischen dummer Arroganz und weiser Mitgefühle. Zudem glaube ich, dass nicht der Antiamerikanismus sondern der Amerikanismus die Moral der westlichen Welt aushöhlt. Wie komme ich nur darauf wo doch soviel pädagogisch wertvolles aus den oh wie anspruchsvollen Kulturangeboten in unsere Wohnzimmer plätschert?
Es gab mal eine Zeit, da dachte ich das Mittelalter sei zu Ende gegangen, als eine Riege von großen Geistern so was Ähnliches wie eine Renaissance in die trüben Tassen der Einerleigesellschaft träufelte. Weit gefehlt, sagt mir das wache Auge. So wie damals ist auch heute die Welt eine Scheibe. Vielleicht nicht auf den tollen, modernen Satellitenfotos vom Mars und den wuchtigelegant abgehobenen Falschfarbenfotografien irgendwelcher galaktischen Nebelchen. Aber scheinbar in den Köpfen vornehmlich machtelitärer Autoaristokraten heutiger Zeit. Mehr denn je haftet in meinen Augen dem Konservativem der schale Geruch des Dünkelhaften an. Es scheint denen das Ziel des Lebens zu sein so wenig wie nur irgendwie möglich zu verstehen oder zu lernen. Ganz zu schweigen von Veränderung. Weiterentwicklung spricht ja eigentlich de facto ohnehin gegen Konserve. Aber ich frage mich wie ausgedorrt und stumpf ein Geist sein muss, dass er darin auch noch einen Gewinn ausmacht. Für jene muss Weiterentwicklung bedeuten, dass ein fortschrittliches Element die äußere Welt zu einem Garten Eden werden lässt. Wie dämlich man innen drin bleibt, ist Nebensache solang alles hübsch glänzt. Hauptsache alle Affen haben einen Quantencomputer im Keller und schon kann man von einer Hochkultur sprechen. Was interessiert mich aber auch die Affengesellschaft? Hauptsache ich bin reich und lasse einen Affen für mich Bentley fahren.
Tradition ist sicherlich gut und wertvoll und ich würde mich niemals zu den Persönchen zählen, die drauf pfeifen, weil es Hollywood letzten Montag für eine gute Idee hielt. Ich stelle aber ganz sicher auch niemals die Tradition über jede wache Minute. Denn ich weiß einfach, dass dies bedeuten würde jede wache Minute in ein seliges Schläfchen zu verwandeln, bei dem mir jede Form von Verbesserung oder Alternative verschlossen bliebe. Wenn ich also lese „Inside-Job“ oder „Jewish Found Raises“ oder „No Plane Crash“ und sofort und umgehend einen Hechtsprung zum nächsten Feuermelder anstelle, dann scheint mir hier kein besonders wacher oder wenigstens kein besonders eigenmächtiger Geist am Werk. Und wie sehr Eigenmächtigkeit in der persönlichen Meinung den Gewinn einer ganzen Gesellschaft ausbaut, muss wohl wirklich nicht ausgetreten werden, denke ich. Da darf sich jeder proseccotrinkende Schlaumeier gern einmal mit den Worten „Holocaust“ oder auch „Guantanamo“ beschäftigen.
Ehrlich gesagt halte ich die menschliche Fähigkeit aus der Geschichte zu lernen für ein ziemlich limitiertes Vermögen. Gar nicht mal, dass ich dem Volk die Klugheit oder Besonnenheit absprechen will. Aber ich spreche ihm eindeutig die Fähigkeit ab klug und besonnen zu sein, wenn selbige schmückende Eigenschaften gerade aus der Mode gekommen sind. Es reicht aber auch, dass eine Eigenschaft wie Weisheit oder Klugheit mit einem Bann belegt wird. Dann wird Eigensinnigkeit (also das Vermögen zu eigenen Sinneseindrücken bzw. deren sinnvoller Verwertung) gemäß der obersten faschistischen Richtlinie zum Wohlgefallen des leitenden Angestellten hinten angestellt beziehungsweise unter einen Scheffel verborgen. Deswegen spare ich mir seit langer Zeit schon die Appelle an die Vernunft der Leute doch endlich „aufzuwachen“ und beim großen Plan der Rettung der Welt mitzuhelfen. Ich denke jeder hat eben seine Wahrheit und das ist einerseits gut und andererseits der immer wieder neue, alte Grund für den Untergang. Und so denke ich wird auch diesmal erst die Kacke am Dampfen gehindert werden, wenn sich die nächste oder übernächste Generation von unten nach oben durchgegraben hat. Schafsvolk ist Herdenvolk und bleibt es solange es Schafe gibt. Ein dreifaches Hoch auf alle meine Wolfsgefährten und ihre offen zutage gestellten Lichter. Lasst die Schafe dämmern und rettet euch selber.
Dazu noch folgendes Zitat eines unbekannten Spiegelmannes
„Das einzig
wirkliche Licht im Universum
ist der Geist“
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Eintrag #0006 - Donnerstag, 7. August 2008
Warum will Mr. "R. C. Christian" die Weltbevölkerung um fünfeinhalb Milliarden Menschen reduzieren
Aber vor allem wie will er das tun ... und noch wichtiger :: wer ist überhaupt nochmal dieser doofe R.C. Christian? Er war ein Mann, der sich 1979 dazu entschloss Geld für ein Granitmonument zu spenden, das nun seit 1980 auf einer Hügelkuppe in Elberton, Georgia in den USA steht. Komisch nur, dass sein Name wie ein Pseudonym klingt, das an die hübsche Bezeichnung Roman Catholic Christian (römisch-katholischer Christ) angelehnt zu sein scheint. Und auch komisch, dass Herr R. C. Christian nach Tätigung seiner überaus großzügigen Spende spurlos vom Angesicht der Erde verschwand und sich niemals mehr blicken ließ.
Eine rätselhafte Geschichte ist das, und weil ich solche Stories liebe interessiert mich brennend wer hier so monumental seine Ideen in Stein meißeln ließ. Zumal dieselben Ideen jedem wachen Geist vielleicht ein winzigkleines bißchen unmoralisch oder präziser gesagt unethisch erscheinen mögen, wenn man die Inschriften auf den Steinen liest, die dort 6 Meter hoch wie eine Art Stonehenge aufgestellt sind. Da ist von einer radikalen und (vermutlich) weltweiten Bevölkerungsreduktion die Rede. Es liest sich fast wie ein zuckersüßer Vorschlag für eine dufte Familienfete nächstes Wochenende. Die Inschrift wurde in den gebräuchlichsten Sprachen der Welt in den Granit geschlagen. Nämlich Englisch, Spanisch, Suaheli, Hindi, Hebräisch, Arabisch, Altchinesisch und Russisch. Manche Menschen halten die Inschrift, die aus zehn Teilen besteht, für die zehn Gebote der New World Order. Hinter diesem Ausspruch verbirgt sich nichts anderes als eine Eine-Welt-Regierung, eine weltumspannende Diktatur, die so totalitär wäre, dass das dritte Reich daneben nur wie ein zu früh beendeter Kindergeburtstag aussähe. Es wäre nichts anderes als eine gelebte Zweiklassengesellschaft, in der es eine menschliche Elite zusammengesetzt aus den reichsten und mächtigsten Familien der Neuzeit gäbe und eine Untermenschenschicht, die für nichts anderes leben würde, als die goldenen Käfige der Elite zu tragen. Ich bin mir sehr sicher, dass es diese Bestrebungen wirklich gibt und, dass es Menschen gibt, die sich aufgrund ihres gesellschaftlichen Status für eine gottgewollte Elite halten. Solche Leute denken nicht, dass sie Böses tun, denn sie verstehen sich als Humanisten und als Gottes handelnde Hände auf Erden. Einer von ihnen nennt sich George und hält sich für sowas ähnliches wie einen Präsidenten. Sie tun das, weil sie keine Ahnung haben, wer (oder was) Gott wirklich ist und weil sie etwas für Gott halten, das mit Gott rein gar nichts zu tun hat.
Hier einmal die Inschrift auf den acht Seiten der vier hochkant stehenden Steine, so, wie ich sie selber übersetzt habe.
Aufrechterhaltung einer maximalen Bevölkerung
unter 500.000.000 für eine ständige Balance mit der Natur
Einführung einer weise geregelten Reproduktion –
Verbesserung von Tauglichkeit und Vielfalt
Vereinigung der Menschheit unter einer einzigen, neuen Sprache
Vernünftige Bestimmung über Leidenschaft – Glaube – Tradition
und alle Dinge
Schutz aller Menschen und Nationen mit fairen Gesetzen
und effektiver Gerichtsbarkeit
Gewährung nationaler Regierungen aber Lösung aller
externen Dispute vor einem Weltgerichtshof
Vermeidung von unsinnigen Gesetzen und nutzlosen Ämtern
Regelung einer Balance zwischen individueller Freiheit
und sozialer Verpflichtung
Wertschätzung von Wahrheit – Schönheit – Liebe und
der Suche nach Einheit mit der Unendlichkeit Gottes
Beendigung des Menschseins als Krebsgeschwür der Erde –
Platz lassen für die Natur – Platz lassen für die Natur
Ein bißchen der Struktur vorgelagert befindet sich ein in den Boden eingelassener Stein, auf dem die Bedeutung des Monuments und die Herkunft erklärt wird. Darunter in 1,80 Metern Tiefe soll sich eine Zeitkapsel befinden, die an einem offen gelassenen Datum geöffnet werden soll. Der Zeitpunkt wird schlichtweg nirgends angegeben, was ein weiteres Rätsel bedeutet.
Ich kann mir nicht helfen, aber für mich klingt die Inschrift oben nach Eugenik, Rassenlehre, Faschismus, ... Natürlich klingen einige Abschnitte verlockend. Doch zu welchem Preis werden einem hier Milch und Honig angeboten? Nun zumindest zum Preis von elf Teilen der Gesamtbevölkerung zur Zeit lebender Menschen. Denn 500 Millionen Menschen sind natürlich genau der zwölfte Teil von 6 Milliarden. Selbstverständlich steht dieser radikalste Teil psychologisch sinnvoll ganz oben auf der Liste, denn so überwiegen doch im Nachhinein irgendwie die schönen Versprechungen, oder? Zum Beispiel steht ganz unten sogar an letzter Stelle das Wort "Natur" und der Satz wird auch noch wiederholt – einfach toll diese ganzen Ideen von Natur und son Zeug, oder nicht?!
Ich frage mich wie gesund kann ein Anliegen sein, das den Tod von elf Zwölfteln der Erdbevölkerung in Kauf nimmt. Ehrlich gesagt ist mir schleierhaft wie man die Weltbevölkerung auf 500 Millionen reduzieren wollte, wenn nicht durch Kastration, Krankheit oder eben einem ganz direkt ausgeführten Massenmord. In jedem nur erdenklichen Fall wäre die Beschneidung ganz elementarer Menschenrechte notwendig. Nicht nur zur Durchsetzung der Idee, sondern auch für die langfristige Überwachung des Ganzen, denn die Menschen würden nicht einfach aufhören sich fortzupflanzen, weil das mal eine Woche lang so geplant ist. Man müßte quasi – wollte man wenigstens ein bißchen human vorgehen – einer ganzen Generation von Menschen in weiten Teilen die Fortpflanzung verbieten. Und ich glaube nicht, dass da mal irgendein netter Mann mit nem Lutscher kommt und ganz doll bittet die nächsten Jahre keine Kinder mehr zu haben – wenigstens so bis zur Menopause oder so in etwa.
Wer das Monument nun wirklich errichten ließ, ist unbekannt, und viele Leute in der direkten Nachbarschaft des Bauwerks sprechen von den "satanic Georgia Guidestones", die sie lieber vorgestern als heute vernichtet wissen möchten. Tatsächlich besagt eine weitere Inschrift auf einem der Steine, dass eine kleine Gruppe Amerikaner, welche das Heraufbrechen des Zeitalters der Vernunft herbeisehnt, als Sponsoren der Attraktion gelten dürfen. Ist natürlich sehr schade, dass sie sich nicht trauen offen zu ihrem guten Willen zu stehen. Ich frage mich was kann das für eine Gruppe von Menschen sein, die ein Stückchen Bauland kauft um dort ein menschenverachtendes Denkmal solcher Art aufzustellen? Und vor allem wieso läßt man es überhaupt dort stehen? Als Werbegag, um Touris nach Elberton zu locken? Mystisches Zeug wie hochkant stehenden Steine oder riesige Dreiecksklötze sollen ja sogar wenn sie in der Wüste stehen noch magische Anziehungskräfte haben. Aber will eine Stadt ihre Hauptattraktion wirklich in solch einer Aufmachung verstehen? Scheinbar nicht, sonst würde es nicht soviel Rufe nach einem Abriss geben.
Wie auch immer ... ich finde es sehr interessant, was sich dort manifestiert hat und denke ein Augenmerk mehr kann nicht falsch sein. Auch wenn es sich bei den solventen "grauen Eminenzen" vielleicht nur um frustrierte Eiferer aus einem Luxus-Altenheim für ehemalige Elitestudenten handeln mag. Ich persönlich habe das Gefühl, das mehr dahinter steckt, denn ich ahne die Zusammenhänge zu Skull & Bones und diversem anderen Gutmenschentum.
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Eintrag #0005 - Mittwoch, 6. August 2008
Die merkwürdige Sicherheit über (oder duch) die Existenz von Zufall und Chaos
Jeder Bauer des 21. Jahrhunderts kennt den Namen "Chaostheorie" und viele Menschen nennen diese rätselhafte Theorie über komplexe Systeme als Erklärung für alle Unberechenbarkeiten des Lebens. Sie soll der Grund sein wieso Wettervorhersagen über mehr als drei Tage unzuverlässig werden. Und Forscher der Quantenmechanik verzweifeln an den chaotischen Zuständen im subatomar Allerkleinsten. Merkwürdig, dass die Quantenmechanik eigentlich als modernster Zweig der Wissenschaften gilt und dort viele Leute wieder von sowas verflixtem wie Gott sprechen.
Für mich gibt es weder Zufall noch einen chaotischen Zustand. Ich muss allerdings unterscheiden, denn ich denke selten "entweder-oder" und recht häufig in "sowohl-als auch". Deswegen würde ich niemals sagen es gibt entweder kein Chaos, oder es gibt doch welches. Die Festlegung auf entweder ja oder nein ist bei Fragen philosophischer Tiefe sehr oft unbrauchbar. Allerdings muss einem dann auch klar sein wieso es derartig logische Zwiespältigkeiten gibt und die Antwort lautet – das Dasein als Mensch. Denn wenn ich eins kapiert habe, seit ich mich mit grundsätzlichen Fragen beschäftige, dann, dass in der Philosophie viele Dinge ein (scheinbar) zwiespältiges Moment in sich vereinen. Wirklich zwiespältig ist allerdings nur der Mensch, der einerseits transzenter Geist und andererseits harte, schwere Materie ist. Durch diese zwei in uns vereinten Naturelle werden Dinge mitunter real, obwohl sie gar nicht existieren. Die Wirklichkeit wird umgekehrt zu Illusion. Gerade Linien werden – obwohl sie in meinen biologischen Augen keine Änderung zeigen – vor dem geistigen Auge krumm. Im Film Matrix sagt ein Junge einen seltsamen Satz über einen Löffel, und ich muss ihm neuerdings zustimmen.
Versuche nicht den Löffel zu verbiegen. Das ist Unmöglich. Versuche anstelle
dessen die Wahrheit zu erkennen.
Neo: Welche Wahrheit?
Es gibt keinen Löffel
Neo: Es gibt keinen Löffel?
Dann wirst du begreifen, dass nicht der Löffel sich biegt,
sondern du bist es.
Ein konkreter Löffel in die Hand genommen, wirkt wie ein ziemlich löffelartiges Metallding. Es ist hart, es ist schwer, es glänzt und es schmilzt höchstwahrscheinlich bei rund 1500° Celsius Raumtemperatur. Letzteres ist wirklich gut, denn es läßt einen Löffel ein nützliches Werkzeug sein, solange man nicht den Fehler macht den Küchentisch mit einem Schweißbrenner zu erleuchten. Aber mal ehrlich ... wer würde einen Löffel für eine Ansammlung von Schwingungen halten, die eigentlich nur von Geist zusammen gehalten werden?
Wenn man ein Mikroskop hätte, das nicht nur mikro sondern nano, piko, femto oder atto vergrößern könnte, dann könnte man die einzelnen Atome des Tischchens sehen, auf dem man im Bio-Unterricht sonst riesige Haare oder kolossale Zwiebelzellen legt. Ein Atom hat im Näherungswert eine Größe zwischen 0,1 – 0,5 Nanometer (Quelle). Wirklich geil ist die Analogie, wobei man ein Atom auf die Größe einer Kathedrale aufpumpt und dann nach dem Atomkern darin sucht – der hätte dann im Vergleich die sagenhaften Ausmaße einer Stubenfliege. Sehr wichtig dabei ist aber zu verstehen, dass der Hauptanteil von konkreter, also fester Masse bei einem Atom der Größe einer Kathedrale auf eben diese Stubenfliege fällt. Das bedeutet nichts anderes, als dass ein Atom zu über 99% aus "Ganix" besteht. Dieses chemische Element findet sich auch recht häufig in Portemonaies. Nun geht man heute außerdem noch davon aus, dass selbst Atome nicht der absolute Grundbaustoff der Materie sind. Sie sollen selber aus noch kleineren Bausteinen bestehen, die wiederum aus noch kleineren Sachen aufgebaut sind. Ich schätz mal wahrscheinlich gibt es für diese allerallerkleinsten Sachen gar keine brauchbare Masseinheit mehr. Wichtig ist eigentlich philosophisch betrachtet nur eins: Materie besteht im Grunde genommen aus schwingendem Nichts. Naja, wird ein Professor der Quantenphysik sagen, Nichts sei ja schon ein bißchen untertrieben, weil man die Vorstellung von einem Welle-Teilchen-Dualismus hat. Dabei soll es sich um Sachen handeln, die zugleich ein Teilchen, als auch eine materielose Energiewelle sein können. Wie auch immer.
Im subatomaren Unterbau unserer Materiewelt ist nichts so wie es Vorhersagen nach sein sollte. Wissenschaftler stellen Messungen im atomaren Bereich an und alles ist wie man es erwartet, und es ist auch nach der hundertsten oder tausendsten Wiederholung so. In der Quantenphysik allerdings funktioniert dieses Prinzip nicht mehr so schön. Da werden Messergebnisse plötzlich davon abhängig wie der Messende gerade seine Fühler ausrichtet. Objektivität scheint plötzlich allein vom Urteil des Forschers abzuhängen. Keine Vorhersagbarkeit = Chaos. Liegt hier also der Beweis dafür, dass ich mich irre, wenn ich sage, es gäbe keine Zufälle und Chaos?
Um das zu beantworten stelle ich mir die Frage wie kann es in einem grundsätzlich chaotischen Umfeld zu einer Ordnung kommen? Anders gefragt wie kann sich in einem völligen Chaos etwas bilden, das geordnete Strukturen aufweist? Ist ein solch vermeintliches Chaos dann wirklich chaotisch oder ist das menschliche Adjektiv "chaotisch" allein Indiz für sein Unwissen über einen kosmischen Determinismus höherer Abstammung? Nehmen wir mal den Berufsverkehr als Beispiel. Ein ahnungsloser Beobachter sieht hunderte Menschen, die scheinbar alle chaotisch auf ihrem Weg durch die Republik fahren. Bei fünf oder zehn Personen könnte er wohlmöglich vorhersagen wohin die Reise jeweils geht. Aber bei einer Millionen würde das zu Konfusion führen. Merkwürdigerweise wäre ein Computer, der alle Personen und Wege von vornherein registriert, die Lösung bei diesem Problem. Das bedeutet eigentlich müßte man nur alle zugrundeliegenden Variablen kennen um Prognosen anstellen zu können. Aber selbst der Computer kann nicht wissen, ob einer der Millionen Pendler eine Reifenpanne haben wird. Wohlgemerkt :: der Computer kann es nicht ahnen. Aber heißt das dann auch gleichzeitig, dass die Vorhersage prinzipiell unmöglich ist? In der Praxis wird jeder innerhalb des Geschehens Lebende das bejahen müssen, aber jemand der wirklich alle Variablen kennt (wohlmöglich weil er der Grund für ihr auftreten ist), würde auch wissen wann ein Reifen platzt. Theoretisch könnte so jemand existieren. Es gibt keinen logischen Schluss, der dies glaubhaft verneinen könnte. Hinzu kommt, dass bei einer Millionen Menschen, die unterwegs sind, der Beobachter dieser Masse ein völliges Chaos wahrnehmen würde. Die Millionen Berufspendler selbst aber wissen alle wohin sie wollen. Also worin besteht das Chaos? Im Geschehen oder im Geist des unwissenden Beobachters?
Wenn in einem Chaos eine sinnvoll geordnete Struktur wie z.Bsp. ein menschlicher Körper auftreten kann, dann kann man einfach nicht von einem Chaos sprechen, aus dem diese Struktur erwuchs. Ein Chaos würde niemals einen Kosmos (griech. für 'Ordnung') hervorbringen. Anders herum gerechnet, kann ein Kosmos an keiner Stelle einen chaotischen Zustand beinhalten. Beides schließt sich grundlegend aus. Weil ich also weiß, dass mein Körper und der jedes anderen ein kosmisches System darstellt, in dem komplexe Abläufe zeitgenau und regelmäßig ablaufen und, weil ich weiß, dass ich auf einem Ding stehe, das im Kern aus geordneten Molekülketten aufgebaut ist, weiß ich, dass es weder einen Zufall noch ein Chaos geben kann. Die Tatsache, dass ich geordnete Systeme wahrnehmen kann, ist mir der absolute Beweis dafür, dass Zufälligkeit und Chaos allein aus meiner Unwissenheit über die Variablen und der daraus resultierenden Einbildung geschehen. Ein Allwissender Geist, der über der Zeit steht (also ewig in einer ständigen Gegenwart existiert) sieht kein Chaos und kennt jede kausale Entwicklung aller vergangenen und kommenden Zeiten. Die Frage ob so ein Geist existiert ist nebensächlich, weil es allein darum geht die Wahrscheinlichkeit des Daseins von Chaos zu klären. Wenn diese Welt einen Ursprung hat (was sie haben muss, denn sie ist ja da), dann muss bereits in diesem Ursprung alles stecken, was sich bis jetzt entwickelt hat. Und wenn das der Fall ist, dann gibt es keine Entwicklung, die zufällig oder aus einem Chaos heraus stattfindet. Als wirkliches Chaos kann allein der Urzustand vor dem Beginn irgendeiner Entwicklung gelten.
Es sind allein modernistische Geister, die vorschnell von Chaos und Zufall sprechen, weil sie vielleicht eine Schöpferperson wegen ihrer Unbeweisbarkeit ausschließen möchten. Für sie ist Chaos, Unsicherheit und der allgegenwärtige Zufall ein Teil der Wirklichkeit und Beweis für die Machtlosigkeit Gottes (wenn sie ihm überhaupt eine Existenz bescheinigen). Vor allem aber ist der Glaube an Chaos für sie ein Instrument, um Angst zu kultivieren. So können sie sich vielleicht hier und dort als große Lenker aufspielen, wenn sie von der Gefahr des ständig lebendigen Chaos sprechen, das immer darauf lauert die Ordnung zu überfluten. Im Grunde ist es nichts anderes als ihre Kapitulation vor dem Unwissen und ihre Entschuldigung dafür, dass sie leider niemals so gottgleich allwissend und allmächtig sein werden, wie ihre Ideale es ihnen vorgelebt haben. Und doch nehmen sich einige von ihnen jederzeit heraus Gott spielen zu dürfen, weil sie denken, dass der Zweck die Mittel heilige. Die Leidtragenden sind all jene, die auf heilige Führer warten und die eigene Führung einem anderen überlassen. Tatsache ist, dass sich selbst betrogen wird und Chaos und Terror in die Welt geredet wird, damit man Gründe dafür hat, Kontrolle und Sicherheit verkaufen zu können. Die würde sonst niemand annehmen, weil keiner einen Grund dafür sehen müsste. Ein weiser Geist kontrolliert sich selbst und lebt in einer Sicherheit, die in ihm ist. Aber der Demiurg lebt eben von der Unwissenheit und Kurzsichtigkeit seiner Untertanen. Im Guten wie im Schlechten, denn als Demiurgen können sich schließlich viele hinstellen. Wissen ist Macht und Nichtwissen macht nur dann nichts, wenn man es nicht so genau nimmt mit der persönlichen Freiheit.
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Eintrag #0004 - Dienstag, 5. August 2008
Torschluss am Himmel
Viele sogenannte "Esoteriker" (wovon wohl die meisten eigentlich Exoteriker sind) glauben an ein einschneidendes Ereignis in den kommenden Jahren und, dass die Welt nach 2012 eine gänzlich andere sein würde als heute. Zuerst Weltkrieg, NWO, dann göttliche Intervention und anschließend tausendjähriges Friedensreich lautet die erwartete Chronologie grob umrissen. Und astrologisch würde die Wandlung von einem Ereignis begleitet, das seinesgleichen sucht. Nämlich einer Konjunktion, die einen Überschnitt von Erde, Sonne und galaktischem Zentrum auf einer Linie beinhaltet.
Es gibt mehrere kostenlose Programme im Internet, die den heimischen Rechner in ein Planetarium verwandeln können. So kann jedermann einen Blick in den Himmel werfen, der sich über seiner Geburtsstätte aufzog, oder aber man kann sich einen Sonnenaufgang ansehen, der erst dann stattfindet, wenn man selbst längst unter der Erde liegt. Letzteres ist wirklich unheimlich. Was allerdings nun von Interesse sein soll ist der Frühlingspunkt in 2012, dem Datum, an dem die Maya aus gut nachvollziehbaren Gründen ihren Kalender aufhören ließen. Angeblich, so sagt die Gemeinde des New Age, würde die Sonne am Himmel ein Tor durchlaufen, das nichts anderes als ein neues Zeitalter von Frieden, Glück und Harmonie verhieße. Ein schöner Wunsch. Es ist gut an etwas zu glauben im Leben. Aber irgendwann kommt der 1. Januar 2013 und was glauben wir dann?
Tatsächlich findet um den 21. Dezember 2012 eine sehr seltene Konjunktion statt, und scheinbar vollendet die Bahn der Sonne tatsächlich einen Zyklus. Leider beinhaltet die Software, welche ich nutzte nur einen Zeitrahmen von 200 Jahren und so war es mir nicht möglich die Gesamtdauer des Zyklus zu bestimmen. Ich schätze den fünften Teil seiner Dauer allerdings auf 5.000 Jahre. Genauso lange dauert nämlich die "Lange Zählung" des Mayakalenders und die ist es, die am Tag des Frühlingspunktes 2012 endet, bevor eine neue Lange Zählung anfängt. Es ist also nicht so, dass der Kalender einfach aufhört, weil etwa sein Verfallsdatum oder das Ende der Zeiten bevorstünde. Alles was passiert, ist vergleichbar mit dem Umspringen des Sekundenzeigers auf der Uhr, wenn er kurz nach 23 Uhr und 59 Minuten auf Null "zurückspringt" – der Beginn eines weiteren Zyklus beginnt.
Eigentlich interessiert mich der Mayakalender nur wenig. Natürlich ist es ein tolles Spiel für die Fantasten dieser Welt, mit diesem einigermaßen rätselhaften Instrumentarium all ihre Zukunftsvisionen unterlegt zu wissen. Alle Spinnereien, die sich um den Glauben an ein New Age ranken bekommen einen pseudorealistischen Unterbau, wenn schließlich schon uralte Völker aus dem Wald vom Ende eines langen Zyklus sprechen. Klar! Aber was passiert da nun am Himmel? Immer wieder taucht in Eso-Kreisen das Wort 'Konjunktion' auf. Es scheint quasi ein Schlüsselmoment zu sein, der die Tore des New Age aufschließt. Das Wort Konjunktion heißt 'zusammenführen' oder 'verknüpfen'. Astrologisch oder auch Astronomisch sollte damit ein Ereignis gemeint sein, bei dem sich irgendwelche fixen Punkte in geometrischen Formen anordnen. Solche Verknüpfungen müssten jedenfalls ziemlich häufig stattfinden, weil man eigentlich nur nach fixen Objekten suchen muss, die gerade eine Linie, ein Dreieck oder so was Ähnliches bilden. Was solche optischen Gebilde am Himmel dann bedeuten, weiß nur ein Astrologe und derjenige, der sich phantasiebegabt für so einen hält. Mir liegt übrigens fern die Astrologie als Blödsinn hinzustellen. Ich denke nur, dass heutzutage viele Menschen einen Titel angenommen haben, der ihnen nicht ansatzweise zusteht. Jeder Berufsstand würde unter der Vereinnahmung von opportunistischen Volltrotteln leiden – siehe Politik.

Ein Blick auf das Datum des Frühjahrsäquinoktiums 2012 zeigt, dass die Sonne eigentlich ganz normal ihre Bahn zieht. Aber wenn man sich im Geiste aus dem kurz geschnittenen Zeitgefüge eines Menschen hebt und einen Zeitraum von 3.000 Jahren überblickt, dann entsteht was Erstaunliches am Himmel. Man könnte das ganze wirklich als einen Tordurchlauf bezeichnen, denn die Sonne steht an diesem Datum der Tag- und Nachtgleiche auf der (gedachten) Symmetrieachse der Milchstraße, also der gedachten Ebene, welche die Milchstraße horizontal halbiert. Eigentlich passiert der Überlauf dieser Symmetrieachse jedes Jahr. Aber der wichtige Punkt bei diesem Datum kurz vor Weihnachten 2012 ist, dass die Sonne diesmal zu genau diesem Zeitpunkt direkt über der Halbierenden der Galaxie steht. So was passiert wohl alle 25.000 Jahre. Das ließe sich allerdings leicht beweisen, weil man eigentlich nur den Winkelgrad der jährlichen Veränderung hochrechnen müsste und anschließend die Zeit bestimmen müsste, die für einen 360°-Zyklus benötigt wird. Eine einheitliche Symmetrieachse der Galaxie gibt es eigentlich nicht, wird ein renommierter Wissenschaftler heutiger Zeit vielleicht sagen und man müsste ihm sofort recht geben. Damit wäre dann auch der Traum vom besonderen Datum geplatzt. Aber muss man wirklich so pingelig sein? Ein spirituell orientierter Spiritus wird das (oh, Wunder) strikt verneinen. Fest steht, dass ein Zyklus mehrerer Tausend Jahre genullt wird. Ich komme übrigens auf den Näherungswert von 25.000 Jahren deswegen, weil genau so lange das Platonische Jahr (ca. 25.500 - 26.000 Jahre) dauert. Das wird auch der Zyklus der Präzession genannt und es handelt vom Durchlauf der Sonne durch die Sternbilder. Eben weil dieser Sonnendurchlauf 360° über die Ekliptik verläuft, scheint mir die Annahme einer Dauer von 25.000 beim Zyklus des Sonnenüberlaufs vom galaktischen Horizont logisch. Generell ist aber richtig, dass die wirklichen Zeitpunkte der jeweiligen Überschnitte niemandem – nicht einmal den Maya – bekannt sein dürften. Zum Beispiel ist auch nicht klar definiert ab welchem Datum das so genannte Fischezeitalter in das Wassermannzeitalter übergeht. Bei diesen Bezeichnungen handelt es sich um einen Teil des Präzessionszyklus. Eigentlich sind die Namen nichts anderes als Wochentage nur eben für Zeiträume von knapp 2.000 Jahren Dauer. Genaue Grenzen gibt es bei den Sternbildern nicht, weswegen auch niemand sagen kann, dass dann und dort die Sonne von einem in das nächste Sternbild gewandert ist.
Ich kann wie gesagt nicht behaupten, dass ich Astrologie für Quark halte. Dazu bin ich zu tief in spirituellem Veda gewurzelt. So glaube ich auch nicht daran, dass das späte Äquinoktium 2012 wirklich überhaupt gar nichts zu bedeuten habe. Mit Bedacht auf die Seltenheit des Himmels-Abbilds erwarte ich sogar einschneidende Ereignisse. Ich würde aber nicht soweit gehen zu behaupten, ich wüsste was die Stund geschlagen hat. Und als allerletztes würde ich sagen, dass am 1. Januar 2013 die Welt in Friede-Freude-Eierkuchen versinkt. Die Wahrheit liegt immer (auch) in der Mitte aller menschlichen Überzeugungen. Da fällt mir ein Zitat ein, das hier passen würde.
"Seltsam ist Propheten Lied, doppelt seltsam was geschieht"
Wer weiß von wem das stammt, darf sich goethlich freuen.
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Eintrag #0003 - Montag, 4. August 2008
Von der Geisteskrankheit der Zeitreisenden
In manchem Internet-Forum, das sich mit so genannten paranormalen Dingen beschäftigt, taucht früher oder später immer jemand auf, der sich als Zeitreisender und mit Vorliebe aus der Zukunft kommend bezeichnet. Die wahrscheinlichste Lösung dieser merkwürdigen Ereignisse heißt wohl Geltungssucht. Aber ist mit dieser Erklärung auch schon sicher ausgesagt, dass der vermeintliche Zeitreisende wirklich ein Schwindler ist?
Durch die Zeit reisen ist nicht besonders schwer. Jeder kann in die Zukunft oder Vergangenheit reisen, und ich denke viele von uns tun das ziemlich häufig. Man könnte glatt sagen, dass das Vermögen in Vergangenheit und Zukunft reisen zu können erst einen Menschen ausmacht. Wer es nicht kann, dem fehlt ein wichtiges Bauteil. Politiker und Wirtschaftsmagnate (selbstverständlich auch jene, welche nicht Teil der bösen Weltverschwörung sind) reisen in die Zukunft. Auf großen Kundgebungen berichten sie dann den gegenwärtig Anwesenden meistens von optimistischen Aussichten, die sie auf ihren Trips gewonnen haben. Pressevertreter dagegen reisen oft in die Vergangenheit und Polizisten tun es wenn sie Verbrechen aufklären. Also wenn's doch so natürlich ist, wieso macht man dann soviel Aufhebens um die Frage der Machbarkeit?
Ist mal wieder die zwiespältige Haltung zu seinem eigenen Geist, die dem Menschen hier eine Antwort verwehrt. Obwohl wir uns im wachen oder auch schlafenden Bewusstsein eigentlich ausschließlich in Vergangenheit und Zukunft herumtreiben, halten wir uns sehr sicher für Wesen, die im Hier und Jetzt leben. Wie kurzsichtig diese Annahme eigentlich ist, zeigt sich, wenn man die Zeit einmal genau ankuckt. Man spricht von einem logischen Ablauf linearer Zeit oder einer Zeitlinie, welche von Vergangenheit in Gegenwart fließt und sich in die Zukunft fortsetzt. Und der Mensch rühmt sich die ersten beiden Abschnitte dieser Linie zu kennen. Und ich sage alles was er kennt ist ein reichlich erschreckend gering definiertes, nebeliges, schattenhaftes Abbild von vergangenen Dingen, und alles andere ist Einbildung. Allgemein sagt sich der moderne Mensch, dass die Medienangebote mannigfaltige Möglichkeiten bieten, um genauestens zu wissen was in der Vergangenheit abging, momentan aktuell ist und morgen auf uns zukommen würde. Ich sage, alles das ist nichts weiter als gelungener Selbstbetrug. Die Informationen, welche wir aus dem Vergangenen bekommen sind so fragmentarisch, dass so manche Legende möglich wird. Man denke an die Mondlandung, die selbstverständlich niemals stattfand. Obwohl man ja irgendwann einmal dazu in der Lage sein könnte, die Peinlichkeit dieser amerikanischen Geschichtsfälschung nachzuweisen. Spätestens dann, wenn tatsächlich ganz wirklich echt Raumfahrer im erstarrten Mondsand nach den Relikten der Fähren aus den 1960ern und 70ern suchen werden (was sie ganz sicher tun werden, wenn das erste Museum dort oben aufgestellt wird). Oder die Sache mit dem US-Präsidenten, der von seinem eigenen Geheimdienst erschossen wurde, weil er von der Anwesenheit außerirdischer Besucher künden wollte. Bunkerboi Adolf Schicklgruber überlebte die Schmach seines geplatzten Traums, weil er mit fliegenden Untertassen aus der deutschen Geheim-Enklave Neuschwabenland die Hemisphäre wechselte, bevor die doofen Spielverderber mit ihm ein paar Dutzend große und mittelgroße Hühner rupfen konnten. Es gibt mehr solcher Geschichten als es Datumseinträge gibt.
Die Vergangenheit ist schon ziemlich geheimnisumwittert, aber die Gegenwart ist sogar unerreichbar. So was wie eine Gegenwart gibt es eigentlich nicht, da ein Jetzt keine definierten Grenzen hat. Niemand hat jemals gesagt ein Jetzt fängt hier an und endet dort, ohne das irgendjemand in seiner Nähe wenigstens ein bisschen gelächelt oder zumindest ziemlich dämlich gekuckt hat. Wie lange dauert ein Jetzt – eine Sekunde, eine Zehntelsekunde oder vielleicht nur eine milliardstel Yoktosekunde? Wenn ein Jetzt weder Anfang noch Ende hat, dann fängt ein Jetzt auch niemals an. Und wenn irgendwann mal – sagen wir mal vor langer, langer Zeit – ein Jetzt doch angefangen hätte, dann hätte es auch bis heute und in alle Ewigkeit niemals aufgehört da zu sein. Da stellt sich die Frage gibt es die Gegenwart nun wirklich oder nicht? Also ich habe ja irgendwie das sichere Gefühl gegenwärtig einen Text zu schreiben. Dies läuft gepaart mit dem sicheren Glauben daran, dass dieser Text auch in der näheren Zukunft von geistesgegenwärtigen Leuten entziffert werden wird. Also mag ja vielleicht das Jetzt pure Einbildung sein, aber dennoch ist es scheinbar (relativ) real. Wah, sowas gibt's – eine Sache ist nicht vorhanden und existiert trotzdem? Ja klar doch, denn ähnlich ist es mit dem Nichts oder einem Loch. Erst der Geist definiert eine Sache. Oder anders gesagt nur durch den Geist wird das, was nicht da ist, zu Etwas (sogar das vermeintliche Nichts). Sobald also der Geist an Nichts denkt, wird das Nichts zu Etwas. Der Geist konkretisiert das Tohuwabohu (!) und ist somit das sehr sicher mächtigste Ding im Universum. Die Macht ist stark bei dem, der seinen Geist zu benutzen weiß :)
Zurück zur Zeit. Die Art von Zeitreisen, die ich ansprach, geschehen natürlich nur geistig. Denn nur im materielosen Zustand kann die Jedermann-Zeitreise stattfinden. Das ist natürlich keine physikalische Zeitreise, wie sie gern in der Sci-Fi geträumt wird. Und doch gibt es zweifelhafte Literatur und Vertreter derselben Idee, wonach Menschen aus der Zukunft gekommen seien, um hier mal zu kucken. Als Möglichkeitsdenker fing ich dann irgendwann mal an zu überlegen welche Probleme sich einem bei einer allzu vorschnell begonnenen Reise durch die Zeit stellen würden. Dabei seien die Probleme mit Kausalitätsparadoxien mal außen vor gelassen, denn die sind meiner Meinung nach vernachlässigbar.
Zeitreisen bezeichnet den Wechsel des Zeitrahmens ohne dabei zwingend den Standort zu verändern. Oder sagen wir mal die üblichen Vorstellungen von Zeitreisemaschinen sehen so aus, dass Patient A in einen festmontierten Stuhl auf/in/unter irgendeinem blinkenden und summenden Technikmonstrum Platz nimmt und den Finger zu Knopf B führt, was anschließend zu Kamerawackeln und billigen Stroboskopeffekten führt. Bei diesem Fantasiegebilde geht man üblicherweise davon aus, dass man nur versessen genug an einem Apparat bauen müsse um dann per Knopfdruck nach Vorgesternfrüh zu kommen. Der Delorean hat in der Filmhistorie trotzdem den Ort gewechselt, aber egal. Fest steht Folgendes: wir alle haben uns seit gestern um dieselbe Zeit mehrere 10.000 km weit vorwärtsbewegt und zwar quer durch dieses merkwürdig klingende Ding namens Universum. Wie das kommt und wieviel Bewegung dabei im Spiel ist, will ich mal kurz aufzählen.
Erde:
Der Planet auf dem wir stehen dreht sich. Am Pol beträgt diese Geschwindigkeit (also die Reisegeschwindigkeit eines selig schlafenden Penners unter einer Brücke in – sagen wir Quito) 40,3 km/h. Zusätzlich kommt die Geschwindigkeit von 29,8 km/s hinzu, die dieser schlafende Penner gerade mit uns allen um die Sonne herum rast.
Sonne bzw. Sonnensystem:
Die Sonne steht relativ zu uns still, denn die Erde wandert um die Sonne und nicht umgekehrt – okay. Relativ zu unseren Nachbarsternen jedoch macht die Sonne eine rätselhafte Auf- und Abwärtsbewegung innerhalb der Galaxienscheibe, was man (je nach Richtungsverlauf) Sonnenapex oder Antapex nennt. Auf dem Apex befindet sich die Sonne zur Zeit und er führt sie zu einem fernen Stern namens Vega, während der Antapex ins Sternbild Taube führen würde. Die Reisegeschwindigkeit beträgt dabei momentan sagenhafte 19,7 km/s. Außerdem dreht sich das von uns so anspruchsvoll bewohnte Sonnensystem mit einer Geschwindigkeit von etwa 220 km/s um den Mittelpunkt der Galaxie, die wir Milchstraße nennen.
Milchstraße:
Sogar die Galaxie bewegt sich. Leider kann man nicht sagen mit welcher Geschwindigkeit das passiert, aber anhand der Beobachtung der Nachbargalaxie Andromeda kann man sagen, dass eine Annäherung mit etwa 20 km/s stattfindet. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Milchstraße sich mit 20 km/s bewegt. Es könnte sein, dass die Milchstraße 1000 km/s auf dem Tacho hat und Andromeda ihr mit 1020 km/s folgt. Was allerdings als absolut sicher gelten kann, ist, dass die Milchstraße nicht statisch an einem Punkt im Universum stillsteht. Das kann sie nicht, weil die Raumzeit durch studierte Astronomiegelehrte beobachtet auseinanderstrebt. Man betrachtet diese Expansion als eines von mehreren Indizien dafür, dass das Universum dereinst an einem Punkt zusammengepresst eine Singularität bildete, die durch den sog. Urknall explodierte. Wenn also die Raumzeit (das Universum) eine Eigenbewegung ausführt, dann kann nichts innerhalb dieser Raumzeit stillstehen – einschließlich der Milchstraße.
Wahrscheinlich habe ich irgendwas vergessen, aber das Problem wird klar. Man sieht kein noch so fauler Penner auf diesem Planeten steht jemals still. Auf die Zeitmaschine übertragen heißt das, dass wann immer man den Zeitrahmen verläßt auch gleichzeitig der Ort gewechselt wird – egal wo man sich befindet. Würde man sich in eine der Pyramiden von Gizeh (ein Ort an dem sich nur selten was bewegt zu haben scheint) in eine Zeitmaschine setzen und einen Knopf drücken, dann würde man bereits bei einer Reise von einer kurzen Woche Millionen von Kilometern von der Erde entfernt wieder aus dem Stuhl steigen und sich über umfangreichen Sauerstoffmangel ereifern. Ganz einfach deshalb, weil jeder Mensch auf der Erde sich pro Sekunde (mindestens) runde 250 km weit durch den Raum bewegt ohne es zu spüren oder irgendwelche Energie dazu aufzuwenden. Vereinfacht würde ein Zeitreisender in Bremen nach einer Sekunde Zeitreise in die Vergangenheit in Berlin erscheinen. Wo in Berlin ist allerdings schwer vorhersagbar, da er sowohl 500 Meter über dem Reichstag aber auch 500 Meter unter der Spree auftauchen könnte. Bei einer Reise von einer Woche (250 km x 604.800 Sekunden) betrüge seine zurückgelegte Distanz im Raum 151.200.000 km. Zum Vergleich: der Erddurchmesser beträgt gerade einmal 12.800 km.
Wie allein könnte dieses Problem des unkontrollierbaren Ortswechsels umgangen werden? Ganz einfach ... man muss einfach nur den Nullzeitreferenzpunkt des Universums bestimmen. Bei diesem Punkt handelt es sich nicht um einen räumlichen Ort, der irgendwo in einem staubigen Hügel in Arizona vergraben liegt, sondern es ist nichts anderes als der Punkt im Universum, an dem der Urknall stattfand. Wenn man diesen Referenzpunkt kennt, an dem Raum und Zeit anfingen aus einem Nullpunkt heraus zu expandieren, dann hätte man nichts anderes als einen raumzeitlichen Ankerpunkt, an dem man sich bei einer Reise durch die Zeit räumlich festhalten könnte. Mit Kenntnis dieses Ankerpunkts wäre eine Synchronisation z.Bsp. mit der raumzeitlichen Bewegung der Erde möglich. Bloß ist dabei das Problem, dass es diesen Ankerpunkt eigentlich nicht gibt. Zumindest nicht innerhalb eines dreidimensionalen Koordinatenkreuzes. Der Ort, an dem der Urknall stattfand, liegt außerhalb des dreidimensionalen Universums. Man kann nicht einmal mit dem Finger drauf zeigen. Wenn man den Zeitpunkt dieses Expansionsbeginns nicht kennt, wird kein Zeitreisender dieses Universums jemals erfolgreich auch nur eine Minute in Vergangenheit oder Zukunft reisen können und anschließend auch noch einer Zeitung davon berichten.
Bleibt die Frage ob eine Clique geheimer Verschwörungswissenschaftler tatsächlich diesen Nullzeitreferenzpunkt erforscht hat oder irgendwann einmal in Zukunft erforscht haben wird. Ich denke mit Bedacht auf die Undefinierbarkeit des Jetzt und die Neigung des Geistes das ewige Jetzt in einen temporalen Ablauf zu zwingen, ist die Erforschung eines solchen Punktes oder auch nur die Kenntnis davon vollkommen ausgeschlossen. Das hat nichts mit Unterentwicklung von Technik oder Geist zu tun, sondern mit sowas Banalem wie 1+1=2 und wenn irgendwo im Worldwideweb jemals wieder ein lustiger Mensch von seiner Reise aus der Zukunft oder anderswoher labert, dann sollte man ihm mal die Frage mit dem Referenzpunkt stellen. Wenn er dann verschämt erstummt oder wortreich Nichtssagend wird lautet die Diagnose eindeutig Geltungssucht.
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Eintrag #0002 - Sonntag, 3. August 2008
Das Problem der Moderne mit dem irrationalen Tatbestand des haltlosen Glaubens
Ab wann ist Gewissheit ein absoluter Wert? Ab wann ist ein Beweis das genaue Abbild einer Wirklichkeit und damit unanzweifelbar für jeden? Gibt es diese Absolutheit im Kopf eines Menschen überhaupt oder ist sie wenigstens theoretisch möglich? Ich denke schon, dass sie erreichbar ist. Nur ist der Zustand von persönlicher Gewissheit leider nicht beweisbar.
Die moderne Gesellschaft hält viel auf hundertprozentige Gewissheiten, die sie aus konkreten Phänomenen herausliest. Um ein Rätsel zu lösen werden immer zuerst Dinge gesucht, die sich (vereinfacht gesagt) anfassen lassen. Wenn man wirklich an den Zusammenhängen interessiert ist, welche die Realität bilden, sieht man sehr schön an einigen wissenschaftlichen Disziplinen, wie wenig dieser einseitig ausgerichtete Forschungsweg funktioniert. Träume, Fantasie, Gedanken, Psyche, Tod, ... alles dies sind Themen, die in einer unangenehmen Grauzone schwimmen, wo Annahmen mehr Gewicht bekommen, als konkrete Tatsachen. Konkrete Anfassdinge vermisst der Forscher bei diesen Forschungsgebieten wie verrückt. Mancher landet dann gar in Augen seiner Kollegen in der Pseudoforscher-Ecke, weil er es wagt auch die Dinge anzufassen, die allen anderen unfassbar sind. Wir leben in einer Zeit, in der es zu einer Manie geworden ist wirklich alles aus greifbaren Phänomenen heraus abzuleiten. Das Denken wird damit zum Resultat materieller Auslöser. Der Tod wird zum Ende aller Bewusstseinszustände, weil ja alles Materielle zerstört wird. Anders heißt dies, wenn dem Geist die Materie entzogen wird, dann löst er sich auf. Was dieser Standpunkt immer schuldig bleibt ist die Frage nach dem ersten Schritt. Welcher primäre Auslöser stieß die materiellen Vorgänge an, die das Denken (nach diesem Modell) erst möglich machten? Was war zuerst da :: Ei oder Henne?
In diesem vielgenutzten Bild zeigt sich für mich der Teufelskreis der Fortschrittsgläubigen. Sie drehen sich ewig und drei Tage um das Rätsel herum ohne ein Interesse an Wahrhaftigkeit zu entwickeln. Ihnen ist nur das wichtig, was sie selbst als Beweis akzeptieren können. Und somit wollen sie am allerallerliebsten, dass die Realität sich bitteschön auf das Fassbare herunterkürzt. Dass diese Wahrheitssucher dabei mitunter sehr lange warten, stört sie scheinbar nicht. Es gilt ja glatt noch als ungemein fortschrittlich, dass Wahrheit nicht verbindlich und stets diskutierbar sei. Demokratie und Liberalismus halt. In solchen Zeiten muss sich selbst eine Wahrheit den Menschenrechten unterordnen, denn wo bliebe sonst die Freiheit des Einzelnen? In solchen Zeiten ist der rigorose Philosoph logischerweise ein Extremist. Ein einfacher Blick auf den Geist, und die Erkenntnis eines ursprünglichen Gedankens würde das Problem mit der Henne jedenfalls lösen und der "Philosoph" könnte sich wieder dem Leben zuwenden. Spreche ich dabei von Resignation vor einer unerklärlichen Wirklichkeit? Nein, denn die wäre nur dann gegeben, wenn man das Rätsel und dessen spirituelle Lösung verkennen würde. Resignation wäre völliges Desinteresse. Die Anerkennung von unerklärlichen, unbeweisbaren, übernatürlichen Ursprüngen ist dagegen keine Resignation, sondern ein Schritt zu einem Erkennen, welches mit diesem Schritt nicht endet. Von Desinteresse kann also keine Rede sein. Anstelle der Aussage, wonach ich als Wissenschaftler nur lange genug die Indikatoren von Wahrheit sammeln muss um allwissend zu werden, sollte die korrekte Einstellung so sein, dass man sich zuallererst einmal sagt, dass nur dann ein völliger Überschnitt mit Wissen zustande kommen kann, wenn man bereit ist seinen eigenen Standpunkt zu verlassen. Nicht das Wissen muss in mein Weltbild passen, sondern das Weltbild muss auf der Wahrheit gründen (die auch dann gültig ist, wenn sie mir nicht zusagt bzw. mir unbekannt ist). Vor allem bedarf es aber einer generellen Anerkennung von Wahrheit. Das Wissen ist ein Berg von Wahrheit und wer ihn besteigen will, macht einen Fehler an der nächsten Bushaltestelle auf den Berg zu warten.
Der Anstoß zu diesem Schrieb liegt in einem Artikel auf welt.de wo ein Popthema des Fortschritts ein weiteres Mal durchgekaut wurde und wieder einmal im Ansatz stecken blieb. Am Ende des Textes war ein weiteres Mal nichts geklärt und alles was blieb war die erstaunliche Erkenntnis, dass sowohl Befürworter als auch Gegenredner allerhand Bestätigung für ihre Ansichten sammeln konnten. Welch ein Gewinn. Man sagt der eigentliche Zweck der Diskussion (lat. discutio – zerschlagen, zertrümmern) ist nicht die einheitliche Erkenntnis von Wahrheit, sondern der Zweispalt der Geister. Eine solcherweise gesuchte Wahrheit definiert sich nicht aus einem transzendenten Bestand, sondern aus der gesammelten Meinung unterschiedlichster Ansichten. Somit ist die von Menschen definierte Wahrheit dehnbar. Ein Anhänger der einzigen Wahrheit steht mit einer Handvoll gleichgesinnter Extremisten allein da. Ein geteiltes Heer ist schließlich ein schwaches. Das weiß jeder Konzernvorstand. Die Überschrift des Artikels "Ist Gott nur eine Funktion unseres Gehirns?" deutet schon jedem Geistgläubigen das Dilemma des Inhalts. Es handelt sich um die übliche Irrlehre 'Materie aus Materie' und nicht etwa 'Materie aus Geist'.
Gott kommt also aus dem Gehirn und ist nichts weiter als dummes Wischiwaschiwunschdenken von Weicheiern, die in den Härten des Lebens im 21. Jahrhundert nicht zurechtkommen. Alles Opfer ihrer eigenen Einbildung. Der Beweis dessen bleibt aus, Indizien werden konstruiert und die Tatsache, dass man die Kernaussage auch herumdrehen könnte wird mit sanftem Bedacht auf den angestellten Standpunkt lieber mal unter den Teppich gekehrt. Suggestiv wird die Neurobiologie zum ultimativen Wissenspool in Fragen, die sich mit nichts weniger als dem Leben selbst befassen. Als wenn tatsächlich irgendein Mensch auf diesem wunderlichen Planeten der Überzeugung sein könnte, sein Denken bestehe aus dem Zusammenspiel einiger Molekülbausteine (es gibt sie selbstverständlich wirklich, diese Leute). Mir scheint es geht bei diesen hochgestochenen Forschungen gar nicht um das Erkennen einer Wahrheit, sondern nur darum den Bunker der eigenen Überzeugungen mit ein paar hübschen Klinkern zu verstärken.
Nun noch ein Wort des Verständnisses für den Makel des heutigen Wissenschaftlers. Man muss heutzutage einfach den Weg gehen alles aus handfesten Dingen heraus erklären zu können. Würde man an nur einem Punkt in der praktischen Erkenntnis anfangen ein transzendentes Element zuzulassen, wäre sofort die gesamte Arbeit vor dem Kanon des anerkannten Wissenschaftszirkus in Frage gestellt. Alles muss einwandfrei verifizierbar sein und sich wiederholen lassen, da es ansonsten keinen Anspruch auf Gehör und vor allem Renommé hat. So wird in Kauf genommen das spirituelle Auge geschlossen zu halten und eindimensional zu einer Erkenntnis über das Gesamte zu kommen. Diesen Fehl in der Erkenntnis von Wirklichkeit zuzugeben ist einem wirklich bemühten Fortschrittsgläubigen natürlich unmöglich. Ein solcher Mensch darf sich selbst und niemandem sonst das Eingeständnis machen, dass seine Wahrnehmung insgesamt untauglich ist ein vollständiges Abbild der Wirklichkeit zu liefern. Anstelle dessen gilt nicht die Wahrnehmung als beschränkt, sondern nur die wissenschaftlichen Werkzeuge. Somit heißt es immer gern eines fernen, fernen Tages würde man verstehen wieso ein Gehirn denkt, eine Person in einem Menschenkörper ist, was ein Traum ist oder was der Sinn des Lebens sei. Eines fernen Tages – wenn die Hardwareproduktion so nano ist, dass das eigentliche nano schon wieder mega ist, dann würde man künstliche Intelligenzen bauen können, künstliche Gehirne und Roboter, die einem das Denken und das Urteilsvermögen abnehmen und die dazu imstande sein würden endlich, endlich ein unantastbares Plus für den geistigen Input dieser ausgehöhlten Köpfe heutiger Zeit zu liefern. Wie geistlos und beschränkt ist diese Welt, dass sie den Glauben einerseits verdammt und andererseits so abgehoben an etwas geistlos Behämmertes glaubt?
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Eintrag #0001 - Sonntag, 3. August 2008
Hekatombe schreibt sich mit Hundert, du Idiot
Über Nostradamus mag man denken was man will und Prophezeiungen sind sowieso ein Thema für sich. Aber damit behält das Thema keineswegs einen Sonderstatus aufrecht, denn eigentlich ist der Wahrheitsgehalt bei fast jedem Thema, bei dem Spiritualität Teil des Erklärungsprozesses ist, von den Augen des Beobachters abhängig.
Für denjenigen, der an die Authenzität einer Vorhersage glaubt, ist der Beweis auch nach Eintreffen einer konkreten Überschneidung von Vorhersage und Geschehen unmöglich. Nicht etwa, weil ihm der Beweis fehlen würde, sondern weil Beweiskraft ebenfalls vom Urteil dessen abhängt, der ein Einsehen hat. Die Zweifler haben oft keinen Grund ihren Zweifel aufzuweichen – sei es aus Stolz oder Ignoranz. Bei Nostradamus findet sowohl der Gläubige wie auch der Zweifler seine Leckerbissen. Der Gläubige weil er von einer Vision träumt, die er romantisiert und der Zweifler, weil er in den Zenturien das Paradebeispiel von Variabilität prophetischer Aussagen sieht.
Ich kann mich zu beiden Seiten zählen und das nicht weil ich unentschlossen wäre, sondern weil ich es für gesund halte einen Zweifel am Wort eines (fremden) Menschen zu haben. Dennoch überwiegt wegen einer generellen Sicherheit über 'Dinge, die wir nicht sehen können' der Glaube oder sagen wir das Möglichkeitsempfinden bei Worten wie:
"Beim End des Umlaufs der grossen Sieben,
wird erscheinen zu Zeiten der Spiele das grosse Blutbad,
Nicht weit entfernt von der Wende des Jahrtausends,
dass die Eintretenden heraustreten aus ihren Gräbern."
Nostradamus Zenturie X 74
Quelle dieses Gedankenpfades ist eine Web-Seite, die sich üblicherweise nicht so sehr mit alten Männern aus dem 16. Jahrhundert beschäftigt.
Die Spiele beginnen am Freitag den 8.08.2008 um 8 Uhr und 8 Minuten (p.m.) und ich frage mich, ob da ein erneutes Manöver geplant ist, das wiedermal als brauchbarer Werbegag irgendeinem Kopfwickel aus der Wüste zugeschrieben wird, um das liebste Spiel des Imperialisten zu spielen – Krieg.
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