Leichen im Keller

Eintrag #0019 - Samstag, 18. Oktober 2008
Die Tragik mit der menschlichen Selbstauffassung in Zeiten der geschwisterlichen „Vernunft“

Ein Atheist, also ein Mensch, der nicht an den Geist glaubt, sagt, dass es einen ursächlichen Schöpfer nicht gibt. So sagt ein stolzer Atheist also gleichzeitig, dass die Schöpfung nicht existiert. Er nimmt es bloß nicht so in den Mund, weil er nicht dämlich wirken möchte. Man kann sich leicht ausmalen wie laut das Gelächter der großen Geister der Geschichte ist, wenn sie von diesen Zeitgenossen hören. Dabei lachen sie selbstverständlich nicht über die Leute, sondern über die Torheit der Leute. Ein guter Clown ist eben nur dann unterhaltsam, wenn er möglichst ernsthaft an seiner Darstellung arbeitet.

Über Atheismus braucht man sich wirklich nicht zu unterhalten. Er ist so geistlos wie er glaubwürdig ist. Dazu kommt, dass er eigentlich nur eine Werbeveranstaltung für eigensinnige, selbstverliebte, einsame Herzen ist, die ihren Daseinsschmerz allein mit der Auslöschung des eigenen Verstandes herbeisehnen. Dabei zumeist vergeblich, wenn nicht irgendwo eine herrenlose Rasierklinge herumliegt. Bei denen, die diese Phase ihres Lebens überwinden, gereicht entweder Zaster und diverse Statussymbolik zum Glücklichsein. Oder aber an einem sonnigen Morgen ward ganz plötzlich doch ein frischer Geist in ihnen wachgerüttelt, der ihnen nicht nur aus der Bewusstlosigkeit half, sondern gleich auch in das Wissen um die Logik wonach eine Schöpfung immer auch einen Schöpfer haben muss. Ob man nun will oder nicht.

Da gibt es aber noch eine Zwischenstufe. Nicht jeder Atheist wird mit einem Mal auch völlig wach. Der eine oder andere hat zwar schon bereits das geistige Auge aufgetan, aber dennoch erscheint ihm die Verheißung eines überirdischen Superbewussten allzu dämonisch. Denn schließlich muss man nach jedem seligen Aufwachen auch immer zuerst einmal ans Tagwerk, und das ist selten von Seligkeit geprägt. Also wenn dieser doofe Schöpfer eine so doofe Welt macht, dann behalte ich mir einfach mal vor, noch eine Zeitlang darüber nachzudenken, ob eine Schöpfung wirklich einen Schöpfer braucht. Wieso heißt es überhaupt Schöpfung? Man könnte doch viel besser einfach doofe Welt dazu sagen. Und eine doofe Welt ist eben von sich aus doof und kann allerhöchstens durch die vernünftige Zusammenarbeit aller Menschen zu einer undoofen Welt werden. Darin geben mir alle (oder die meisten) Recht, die ebenso unentschlossen sind und denen ich den schmückenden Namen Agnostiker verdanke. Ich denke voller Vernunft und Aufgeklärtheit, dass es Gott oder Götter nicht geben kann, weil ich sie niemals wahrnehmen könnte. Ganz egal wie sehr ich mich auch anstrenge. Das was ich nicht wahrnehmen kann, kann auch nicht wahr werden – zum Glück.

Es gibt Leute, die denken allen Ernstes, dass diese Welt – also die komplette Schöpfung mit all ihren Milliarden von Sternen, schwarzen Löchern, Galaxien, Galaxiezwischenräumen und sonstigem Universumszeugs in ganzen 6.000 Jahren entstanden sei. Als unantastbarer Beweis dient ihnen eine Sache, die an sich genommen ein eher unscheinbares Dasein in den abgeklärten Buchregalen der Moderne einnimmt. Und das ausgerechnet wo man es das Buch der Bücher genannt hat. Die Leute, die denken, dass ein Universum 6.000 Jahre alt sein und trotzdem eine handvoll Dummköpfe enthalten kann, nennen sich Kreationisten. Denn sie glauben zwar dass eine Kreation immer auch einen kreativen Schöpfer nicht aber 15 Milliarden Jahre oder länger für ein Werden braucht. Dazu denken sie eine ganz erstaunliche Sache. Sie denken nämlich dass der Mann, der diese Schöpfung quasi in sieben Tagen aus dem Hut gezaubert hat, genauso aussieht wie sie selbst.

Es gibt noch lustigere Leute. Jene sind der festen Überzeugung, dass Gott nicht nur ein einziger, kleiner, männlicher Schöpfer mit einem weißen Weihnachtsmann-Bart war, sondern sie denken ganz sicher zu wissen, dass der Schöpfer eigentlich eine Menge Schöpfer waren. Diese unbekannten Typen nennen sie Elohim, weil die sich anscheinend mal so genannt haben. Als Beweis dient auch hier das oben genannte Buch der Bücher. Wie man diese Gläubigen bezeichnet ist schwer zu sagen, weil sie viele Namen tragen. Sie kennzeichnet aber der Glaube daran, dass diese Erde dereinst das manisch besuchte Ziel von Leuten war, die im gesamten Universum nie was Schöneres als die Erde gesehen haben. Deswegen allein haben sie sich nicht nur hier niedergelassen, nach Gold gebuddelt und es mit menschlichen Weibchen getrieben, sondern sie haben sich in der einen oder anderen Überlieferung, Ausschmückung und Interpretation mit anderen noch fremderen Leuten gehauen, die irgendwie auch mal ein bisschen auf der Erde sein wollten. Teilweise gibt es da dann auch Erzählungen von schlangenhaften Leuten, die eigentlich hier auf der Erde groß geworden waren und nun vom Ansturm aller fremden jemals an der Erde interessierten Leute unter die Erde getrieben wurden, wo sie – angeblich – bis heute die Regierenden der Erde „kontrollieren“, „versklaven“ und teilweise sogar „aufessen“.

Das Universum ist begrenzter als die menschliche Dummheit. So oder ähnlich drückte es einmal ein vor kurzem verschiedener Deutscher aus, der irgendwie faszinierenderweise zum größten Denker aller Zeiten erkoren wurde – von Menschen. Ich frage mich was ist das Menschsein? Was ist ein Mensch? Das Bio-Buch aus meinem Ranzen sagt es ist dieses Ding, das zwar Schöpfungskrone genannt wird, aber sich dabei viel mehr wie der Gekrönte unter der Krone aufführt. Da ist von Haut und Knochen die Rede, von Gehirn, von Intelligenz, Vernunft, von Evolution, Affen, Körperbehaarung, Nahrungsgewohnheiten, Revieren, Nahrungskette, kulturellen Errungenschaften, Entdeckungen, Imperien und im Großen und ganzen eigentlich immer demselben Schmu in Grün und irgendwo am Ende kommt AA raus. Dann hab ich ja zum Glück noch das andere Buch. Das rühre ich eigentlich nie an, weil ich romantische Verarschungszauber mit Zuckerguss und bornierte Kriegstreiberei eigentlich noch nie so wichtig fand. Wirklich interessant sind sowieso nur das erste und das letzte Kapitel. Aber wo es ja jetzt mal um die Frage nach dem Menschsein geht, bemüht man sich halt ein bisschen. Also da stößt man unweigerlich auf einen Typen, der als Erstgeborener und Menschensohn bezeichnet wird. Wenn man wissen will was Menschsein ist, dann wird der doch eine Antwort geben können. Nein, schade … er redet nur von heiligem Geist und macht alkoholische Getränke aus Wasser.

Wenn ich genauer drüber nachdenke, dann glaube ich zu erkennen, dass Menschsein etwas ganz anderes bedeutet, als es mir diese Vernunftlehre aus dem Bio-Buch glauben machen möchte. Wenn ich dann aber total superunvernünftige Bücher lese, wo es nur noch um Sterne, Krieg und Raumschiffe geht, dann ist da manchmal die Rede von Androiden. Das Lexikon gefragt erzählt, dass ein Android ein künstlicher Mann sei. Sein weibliches Gegenstück hieße Gynoid. Es sollen ganz erstaunliche Kreaturen sein, die sich irgendein wahnsinnig schöpferischer Mensch ausgedacht hat, als er davon träumte, dass ein Blechonkel ihm die ganze unselige Arbeit des Tages abnimmt oder eine Blechtante ihm den unseligen Feierabend versüßt. Da glauben doch wirklich einige Leute daran, dass es einmal möglich wäre einen künstlichen Menschen zu bauen. Und anstelle, dass sie mal ein bisschen an einem Weizenkorn üben, wollen sie lieber sofort ein komplettes lebendiges Individuum zusammenbauen. Das könnte dann ja schließlich auch mal über Weizenkörner nachdenken, wenn’s unbedingt sein muss.

Als Gott den Menschen nach seinem Abbild schuf, hat er sicherlich nicht das erschaffen, das heute selbstsicher, goldbeschwert und arschfokussiert in irgendwelchen geblasenen Hip-Hop-Videos rumhoppert. Na gut, dann eben den anderen, der die ganze Zeit auf den Knien durch die Kirchen dieses Planeten schliddert. Bloß was ist, wenn der ausgerechnet gerade Hip-Hop gut findet? Mann ist das alles doof hier. Wie soll man da noch vernünftig sein?

»5,1 Dies ist das Buch von Adams Geschlecht. Als Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes

5,2 und schuf sie als Mann und Weib und segnete sie und gab ihnen den Namen „Mensch“ zu jener Zeit, da sie geschaffen wurden.«

Die Bibel – 5. Kapitel

Da wurden anschließend noch eine Menge anderer Leute wild erschaffen und gezeugt, aber die lassen wir mal in Anbetracht der knappen Zeit beiseite. Aus dem Satz kann man drei Gewissheiten heraus lesen. Als erstes hat Gott den Menschen so erschaffen, dass er ihm aufs Haar gleicht. Zum zweiten ist Gott ein Hermaphrodit. Und als drittes darf man Gott, obwohl er fast so aussieht wie ein Mannweib um Gottes Willen bloß nicht „Mensch“ nennen. Kein Wunder, dass da jeder vernünftige Modernist die Augen verdreht, zum Telefonbuch greift und sich oder die halbe nichtatheistische Stadtgemeinde beim Asyl für gestrandete Seelen anmeldet.

Aber mal im Ernst. Muss man eigentlich alles in dieser Welt immer aus dem Blickwinkel eines spätaffonoiden Dummotrophen abhandeln? Ich halte es für nicht allzu schwer zu verstehen, dass ein Mensch zwar in einem Körper steckt, aber das Menschliche ist nicht das was geritten wird. Das wäre so, als wenn man Pferde, Autos und sogar Radiergummis zu Menschen erklären müsste, weil sie sich gerade eben mal ein bisschen so ähnlich verhielten wie es ihnen ein „Mensch“ aufzwang. Denn eigentlich ist es nicht der körperliche Mensch, der etwas in dieser Welt bewegt, sondern der Geist ist das in jeder nur erdenklichen Hinsicht Bewegende. Und siehe da :: So einfach lässt sich auch das Rätsel des allzu menschlich geratenen Gottes erklären. Als Gott den Menschen nach seinem Abbild schuf, da machte der heilige Geist einen Unterschied zwischen sich und dem anderen, der den Sinn und die Einheit mit Unterstützung einer geistreichen Vernunft wieder zu finden hofft. Gott sieht also nicht aus wie ein Mann aus der Bahnhofsmission, wie George aus dem weißen Haus oder wie eine vollendet selbstverwirklichte Frau von Heute. Er sieht schlichtweg so aus wie der Geist in uns allen :: geschlechtslos, gesichtslos, körperlos, zeitlos und zu allerlei Unfug fähig.

So gesehen ist entwurzelte blindgläubige Religiosität durchaus unvernünftig. In der Religion ist es nicht sinnvoll sich einer Geistlichkeit unterzuordnen, die einem erzählt wie Gott aussieht, was er denkt und was er für richtig oder falsch hält. Anstelle dessen sollte man viel lieber die eigene Geistigkeit erkennen und verinnerlichen. Nur ein innerlich erlebtes, ein esoterisch gelebtes, geistiges Hinaufstreben kann als vernünftig gelten. Das ist allerdings nur dann wahrhaft vernünftig, wenn es der Wahrheit anhaftet und die Liebe zur Weisheit objektiv angestrebt wird. Jeder Neutralitätsverlust, der sich im Liebes- und Lichterwahn so manches „Esoterischen Kreises“ zeigt, zeugt nicht gar allzu umfangreich von Philosophie. Auf der anderen Seite will ich die Geistlichkeit aber auch nicht verurteilt sehen. Sie kann ohne weiteres als Wegweiser oder sogar Stellvertreter gelten. Man ist dankbar und geht mit der Weisung im Hinterkopf weiter.

rauf

Nebenbei
man spricht von 'Leichen im Keller' wenn jemandes Vergangenheit unpopuläre Geheimnisse beinhaltet, die gern unter Verschluss behalten werden. Lebensirrtümer und kleingeistige "Phobosophien", die dem Anerkennen von Wahrheit im Weg stehen. Das Konzept dieser Seite, die sich der Blog-Familie zugehörig fühlt aber sich selbst als schwarzes Schaf davon versteht, möchte sich vorwiegend den fragwürdigen Inhalten der sogenannten Moderne und weniger dem Vergangenheitsverdränger widmen.

Im Klartext ... Es geht nicht um Leichen sondern um Wahrheit. Oder genauer um die Wahrheitsfindung aller Art. Wobei nicht mein Anliegen ist die Wahrheit zu okkupieren oder sie für mich zu beanspruchen. Meine Idee beschränkt sich auf einfacher, banaler Mitteilungsliebe und dem vagen und unscharfen Gefühl von Gerechtigkeit und Provokation.

Es kann aber hier und da auch einfach nur um die Freude am Schreiben gehen und im Großen und Ganzen nimmt sich das hier auch nicht allzu wichtig.

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Die großartige Selbstverständlichkeit ...

Eine kleine Überlegung zum großen Schlaf

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suasti

Eintrag #0018 - Montag, 6. Oktober 2008
Die großartige Selbstverständlichkeit der menschlichen Egozentrik und der unbegründete Kampf mit dem ständigen Gefühl der Minderwertigkeit

Wie groß müsste das Universum sein, um ein Volk wie unseres zu erschaffen? Jemand wird sagen, dass es eben genauso groß sein müsste wie es genau jetzt ist. Aber das Universum wächst. Zudem glaube ich nicht, dass ein Quasar am Rand des bekannten Universums von essenzieller Wichtigkeit für Hans A. Mustermann* ist. Die Frage ist, welche Dinge von Nöten sind, um ein Lebensumfeld wie das Sonnensystem zu ermöglichen. Denn ich glaube viel mehr als das benötigen wir nicht, um ein selbstgefälliges Leben zu führen. Somit stellt sich dann also die Frage was geschehen musste, damit das Sonnensystem entstehen konnte.

goodagainstevilDas Wichtigste im direkten Umfeld unserer Welt ist wohl die Sonne bzw. das Sonnensystem mit allem was es erfüllt. Wenn man sagt, dass das Sonnensystem das direkte Resultat der Bildung einer Sonne ist, ist also die Sonne das Wichtigste. Also was ist dann wiederum nötig, um ein solches Gestirn zu erzeugen? Gasnebel, einige schwere sowie leichte Elemente, das Übliche halt. Dann allerdings braucht es mindestens einen kollabierenden Stern, der unsere Gaswolke in die Fähigkeit von Kontraktion versetzt. Alles damit sich das Stoffgemisch zu kleinen Brocken verdichtet, die wiederum Kegel in die Raumzeit drücken, in denen sich letztlich Planeten und mindestens ein Zentralgestirn sammeln. Aber vor dem kollabierenden Stern muss auch schon eine Gaswolke da sein. Woher kommt die? Die Frage ist, welche Elemente in der Gaswolke vorhanden sind. Gehen wir mal von einer aus, die auch wirklich schwere Planeten bilden kann. Dann braucht es dafür eine ganze Generation voran gegangener Sterne, die seit Milliarden Jahren damit beschäftigt sind schwere Elemente zu erzeugen. Man müsste die Anzahl dieser Sterne am Finger abzählen können, da ihr ganzer Daseinszweck dem Erzeugen unserer Elemente dienen würde. Und die sind – in Bezug auf dieses Sonnensystem – begrenzt. Wahrscheinlich würde die Produktion all dieser Mengen an Stoffen noch nicht einmal besonders lange Zeit brauchen. Dann also die nächste Frage: Wie viele Sterne bräuchte es um genügend Material zu bilden, damit letztlich unsere Umwelt mit allen in ihr enthaltenen Elementen entstehen kann. Theoretisch müsste es möglich sein zu berechnen wie viel Aufwand und Material dazu nötig gewesen ist. Das Problem ist, dass man bei manchen Elementen (wie z. Bsp. Gold) nicht sicher ist, wie sie entstehen. Einige Thesen gehen allerdings von einer Energiemenge aus, die nur bei der Kollision von Neutronensternen freigesetzt wird. Das heißt man bräuchte also auch diese Exoten in der angefangenen Überlegung. Kurz umrissen wäre für die Entstehung dieses uns so vertrauten Sonnensystems eine ganze Menge anderes Zeug notwendig. Natürlich setzt sich das fort, denn die für die Bildung des Sonnensystems notwendigen Ursachen bilden sich ebenfalls nicht einfach so. Das einzige, was sich wirklich ganz selbstständig gebildet zu haben scheint, ist der Urknall. Es gibt wenn man es rein wissenschaftlich betrachtet und von der Urknalltheorie ausgeht eigentlich keinen wirklich logischen Erklärungsansatz, der vernünftig aussagen könnte, weshalb es zur Bildung eines Universums gekommen ist. War das ganze wohlmöglich nur ein Unfall?

Es gibt einige mögliche Erklärungen für die Existenz der menschlichen Gesellschaft.

  1. Der Mensch ist das Resultat eines erstaunlichen Zufalls oder sogar ein evolutionärer Unfall. Vielleicht ist es von Mutter Natur niemals so gewollt gewesen, dass ein Säugetier sich seiner selbst und seiner Umwelt bewusst wurde. Manches pessimistisch verbrämte Opfer der Pubertät kommt zu dieser oder jenen depressiven Morgenstund zu dem Schluss, dass die Welt ohne den Menschen besser dran wäre. Selbige Ansicht bleibt bei Fortbestehen der chronischen Verbitterung oft bis ins hohe Alter. Hier wird sehr an dem schweren Schicksal des vermeintlichen Raubtieres getragen, das angeblich in jedem Menschen stecken solle. Der Mensch wird dabei aber nur verallgemeinert und allgemein wird ihm (aufgrund einiger zeitgenössischer oder historischer Problemfälle) die Vernunft aberkannt.
  2. Menschliches Leben ist zwar nicht aus einem Zufall wohl aber aus einer Evolution entstanden. Die Jahrmillionen währende Reise durch das wilde „Trial and Error“ brachte schließlich das ewig Fragen stellende Kind Homo Sapiens hervor. Es ist zudem das erste und einzige Wesen seiner Art und sieht sich dazu bestimmt das Universum zu erobern und sich Untertan zu machen. Der Mensch ist das einzige selbstbewusste Geschöpf auf allweitester Flur. Die Antwort auf den Sinn des Lebens ist nur eine Frage der Zeit.
  3. Der Mensch ist nur eines von vielen Myriaden an selbstbewussten Lebewesen in der Leere des Alls. Allesamt entspringen sie einer Evolution, deren Ziel und Sinn völlig unbekannt ist und ewig bleiben wird. Das Ende des Universums liegt in einer ewig dunklen, von Materie und Energie leergefegten Ödnis. Das ganze Konzept ist von Leid geprägt, welches letztlich völlig sinnlos ist, da jedes vernünftige Ziel fehlt.
  4. Die Bildung von selbstbewusstem Leben ist weder Zufall noch Resultat einer Evolution, sondern ein geplanter, willentlicher Versuch des Urgeistes das von ihm selbst geschaffene Universum geistig zu durchleuchten und zu erleben. Das Universum ist demnach nur ein Zeitvertreib für ein Wesen, welches die Schöpfung zur Heranbildung einer geistigen Sammlung benutzt. Der Mensch devolvierte (wickelte sich herab) aus dem geistigen Oberbau des Kosmos in die tiefste Ebene des geschaffenen Schauspiels, um im trägsten Materiefluss die geistige und körperliche Disziplin zur Heranbildung eines voll bewussten Geistes zu erlernen. Mensch bezeichnet dabei nicht zwingend nur den Homo Sapiens, sondern sämtliche in diesem Kosmos befindlichen Individuen.

Es mag noch weitere Erklärungen geben. Ich halte jedenfalls Nummer Vier für die geltende Wirklichkeit, weil sie am meisten Sinn ergibt und dazu in jeder Hinsicht logisch ist – Gesetz dem Fall man hat einen spirituellen also dem irdischen Menschen übernatürlich zugeordneten Blickwinkel. Dazu allerdings zu vermerken, dass Punkt Vier nur ein sehr eng zusammengefasstes Paket der wirklichen Zusammenhänge ist. Das gesamte Paket lässt sich nebenbei in sehr (sehr!) alter Literatur finden oder aber Literatur, die sich mit dieser uralten Literatur befasst. Sicherlich mag Nummer Vier einem heute lebenden Erdbewohner nicht sonderlich vernünftig erscheinen, aber das lässt eben auch gewisse Schlüsse auf die geistige Verfassung unserer Moderne zu, denke ich. Wie dem auch sei. Ich denke jeder ist im Leben irgendwann einmal bemüht einen Sinn im Ganzen zu entdecken. Es mag durchaus solche Leutchen geben, die an irgendeinem Punkt im Leben jeden Sinn verneinen. Trotz dessen, dass man auch diesen Unsinn tolerieren muss, hält mich niemals etwas davon ab für den von mir erkannten Sinn einzustehen. Die Unsinnigen tun es ja mit ihrem Blödsinn ebenfalls zur Genüge.

Die Frage wie groß das Universum sein müsste, um unsere Moderne Gesellschaft erzeugen zu können, zielt natürlich allein darauf ab, die Verschiebung zwischen der Erwartung eines modernen Menschen und der geltenden Realität aufzuzeigen. Menschen behaupten es gäbe kein anderes Leben dort draußen, geschweige denn Planetensysteme. Das widerspricht meiner Meinung nach der schieren Größe des Gebildes, das man früher ganzheitlich als Schöpfung bezeichnet hat und heute schlicht Universum nennt.

Dazu muss ich sagen, dass ich die Überlegung nicht blöd finde, wonach das Universum tatsächlich allein von uns „Erdlingen“ bewohnt wird. Vielleicht ist der Mensch wirklich das allerallererste Ding in diesem etwas größeren Ding, das dazu erkoren ist irgendwann mal alles in diesem Ding zu besitzen. Es ist irgendwie schön zu glauben, dass man heute quasi den Pionieren dieser Rally angehört. Wohlgemerkt glaube ich aber dennoch nicht, dass wir Menschen – trotz dieser vermeintlichen Vorsehung – die einzigen selbstbewussten Lebewesen im Kosmos sind. Wir sind es vielleicht in diesem Universum, aber nicht im gesamten kosmischen Theater. Ich denke das, was wir als Universum bezeichnen ist nur ein kleiner Ausschnitt der wirklichen Realität. Und wir Menschen wiederum nehmen nur einen verschwindend kleinen Ausschnitt aus diesem Ausschnitt sinnlich wahr. Gleich nebenan gibt es andere Welten, die feiner aufgebaut sind und sich aufgrund dieser scheinbaren Verflüchtigung nicht mehr oder nur selten erkennen lassen. Nur ganz selten überschneiden sich diese Welten miteinander – früher häufiger und in Zukunft wohl ebenfalls wieder sehr viel öfter wie ich vor kurzem hörte. In diesen Welten jedenfalls mögen so manche Antworten auf die Rätsel unserer Welt liegen. Da ist es kein Wunder, dass die Fragen im Diesseits exponential angewachsen sind, wenn man die Zugehörigkeit zu diesen Welten aus Unwissenheit oder falschem Stolz leugnet. Das alles genauer aus meiner Sicht zu erklären reizt mich, aber morgen ist auch noch ein Tag. Davon abgesehen kann jeder das auch ganz allein raus finden, denn das schließt Punkt Vier ja als Hauptaussage ein.

Welchen Sinn macht es, dass das Universum sich anscheinend immer schneller immer weiter ausbreitet? Reicht etwa die jetzige Größe noch nicht aus, um uns Menschen zu gefallen? Wird schon heute der Platz geschaffen, den wir in ferner Zukunft brauchen werden? Die Wissenschaft sagt heute, das Universum habe sich seit rund 15 Milliarden Jahren ausgebreitet. Alles damit heute Leute vor dem Fernseher sitzen, Bier in sich schütten und FUFBAH oder TOOOR schreien. Das ist zumindest ein klitzekleines bisschen merkwürdig, finde ich. Da kann Mensch, wenn er allein die Perspektive von hier unten da rauf hat, wirklich nur von einem sinnlosen Megaquark ausgehen. Aber Menschen können offenbar mehr, denn sie haben (und nutzen vereinzelt) die Fähigkeit zu geistiger Reise, Widerspiegelung und schöpferischem Ausdruck. Der Sinn des Lebens muss also bereits heute erfüllt sein und ist etwas, dass von jedem Tag aufs Neue von anderen Protagonisten erlangt und erkannt werden muss. Das ganze Drumherum ist bestenfalls Zeitvertreib oder eben schiere Möglichkeit zum geistigen Wachbleiben.

Die Antwort auf die Frage wie groß das Universum sein müsste, um einen Menschen hervorzubringen lautet :: es muss so groß sein, wie der Mensch der darin sein soll. Der Urschöpfer hätte sagen können es geht mir nur darum einen coolen Onkel zu machen, der sich schick frisiert und möglichst lange Zeit damit verbringt seine sexuelle Fixierung oder sein Interesse für Ballspiele auszuleben. Gott hätte ihm ein Haus auf einem kleinen Grundstück mit Jägerzaun gebaut, hätte ihm eine Friseuse in die Küche gestellt, und wöchentlich mal reingekuckt, um Chips-Vorräte und Bierkanister zu erschaffen. Dazu hätte er ansonsten noch ein paar staubige Videokassetten mit Gameshows und sonstigem Firlefanz organisieren müssen und alles wäre bestens gewesen. Aber nein! Gott muss doch tatsächlich hingehen, schmeißt lediglich eine Handvoll Dreck in die Ursuppe und faselt da irgendwas Lapidares rum wie „es werde Licht“ und son Zeug. Da geht er also hin wirft ein paar Klötze durchs Zimmer und wartet gemütlich drauf, dass daraus in Milliarden von Hypertausenden von Megajahrzehnten mal irgendwann eine Pyramide wird. Wieso bloß so umständlich, Mensch!?

Entwicklung scheint das wichtigste Konzept in dieser Schöpfung zu sein. Alles was heute ist, hat sich aus irgendwas anderem herausgebildet. Die Materiewelt – so träge sie sich auch verhalten mag – fließt einem vorbestimmten Muster nach. Die ganze kondensierte Geistenergie erstarrt dabei anhand willentlich vorbestimmter Vision, die von Gott oder einem Menschen stammen kann, und erzeugt eine konkrete Kruste, die sich dann einem in Fleisch gegangenen Geist als Realität zeigt. Der Geist wiederum erkennt, dass nichts in diesem scheinbar konkreten Weltbau wahrhaft beständig ist, außer den spirituellen Ideen, die dem Weltbau zugrunde liegen. Somit ist ihm ein Fingerzeig geschenkt, der ihm das Ziel seiner Entwicklung anzeigt. Er muss dazu zwischen der körperlichen und der geistigen Entwicklung unterscheiden lernen. Die eine versiegt in der Blüte des Lebens und schlägt in eine Regression um, die letztendlich im Kreislauf Asche zu Asche mündet. Die zweite allerdings reift über das materielle Leben hinweg immer weiter und kann auch darüber hinaus beständig bleiben. Der Kreislauf, dem die spirituelle Entwicklung folgt, mündet dabei von der absoluten Einheit zur erneuten Sammlung in dieselbe zeitlose Einheit und umspannt nicht nur hundert kleine Menschenjahre sondern die Ewigkeit.

Wenige gesonderte Berichte von so genannten Begegnungen der dritten Art beinhalten Aussagen von Seiten der dritten Art, die nahe legen, dass „Außerirdische“ nicht nur außerirdisch sondern sogar außerhiesig im weitesten Sinne sind. Explizit treffen einige dieses Dritte-und-Vierte-Art-Gesindels (sehr wahrscheinlich die authentischsten unter ihnen) die Aussage, dass das gesamte mit ihnen aufgefasste Phänomen von Seiten der betroffenen Erdlinge missverstanden wird. In der Vergangenheit erlebte ich nach einer langen Reise durch die dieses Phänomen betreffende Fragenwelt einen Schlüsselmoment. Ich erkannte wieso die „Außerirdischen“ Kühe töten, aus dem Nichts und durch Wände kommend in Schlafzimmer eindringen, sauer werden, wenn man sie fragt wieso sie so böse entführen und noch anderes tun, was einem Materiemenschen die eine oder andere Sekunde des sagenhaften Unverständnisses aufzwängt. In früheren Zeiten sollen die Beziehungen zu diesen Leuten gar um einiges offener oder umfangreicher gewesen sein. Aus dem spirituellen Aspekt heraus betrachtet, erscheint das alles nicht mehr sonderlich rätselhaft. Überhaupt macht wundersamer Weise einfach alles was mit der Entwicklung dieser Schöpfung zusammenhängt mit einem geistigen Blick viel mehr Sinn.

Sind „die Außerirdischen“ wirklich weiter entwickelt, als wir kleinen, doofen, selbstzerhackstückenden Erdlinge? Üblicherweise glauben Menschen heutiger Tage an die Legende das Ziel allen Daseins sei die Entwicklung eines Sternenimperiums. Ganz ähnlich wie es uns die Filmmaschine aus dem Sunshine-State vorgezeichnet hat. Da soll es vor fliegenden Hightech-Sachen und denkenden Robotern nur so wimmeln. Überall nur Fortschritt, Technik und ein Wissensarsenal unglaublicher Ausmaße. Ich habe das alles mittlerweile als zweitrangig eingestuft. Und deswegen glaube ich nicht, dass „die Außerirdischen“ auf der Hightech-Schiene weiter sind als wir Menschen. Ganz im Gegenteil haben sie nicht nur eine vollkommen andere Schienenrichtung sondern ein völlig anderes Gleis belegt. DIE Außerirdischen gibt es allerdings nicht. Sie sind so unterschiedlich und facettenreich wie die Menschheit selbst. So gibt es anstelle dessen Dämonen, die der göttlichen Ethik aufgeschlossen sind und solche, die Gott selbst leugnen oder etwas zu Gott machen, das nur ein relativer Gott ist. Die letzteren Seelen haben Ziele, die in dieser Welt liegen und so streben sie materiellen Reichtum und vollkommene Autarkie von der für sie nicht existierenden einheitlichen Ethik an. Ihre Gesellschaften sehen aus, wie bombastische Fortschrittsmaschinen. Sie haben es geschafft die Schallgrenze der gesellschaftlichen Evolution zu überschreiten, was sie letztlich in ihrem Glauben an ihre eigene Wahrheit bestärkt hat. Sie sind kriegerische Völker, die dem Rassereinheits- und Evolutionsgesetz treu ergeben dienen. Imperialismus kennzeichnet alle ihre Tagesgeschäfte. Es ist allerdings nicht so, dass diese Leute unvernünftig im Sinne von unkoordiniert oder uneinheitlich bzw. chaotisch seien. Ihre Vernunft dient lediglich dem eigenen Zweck. Gesellschaften dieses Modells haben einst an demselben Punkt wie wir Menschen gestanden. Aber als der Moment gekommen war sich zwischen der vollkommenen Einheit mit der Natur und einem abgeschiedenen Industrieboom zu entscheiden und damit letztlich zwischen der Materie und dem Geist, haben sie sich der Materie zugewandt und damit all ihre Möglichkeiten aufgegeben in Einheit mit sich selbst oder der kosmischen Ordnung zu leben. Ihre Welten sind von Kunstlicht und Abgasen durchflutete Intrigentheater, in denen jeder Beteiligte nur seine eigenen Interessen verfolgen kann, weil jede Alternative die Auslöschung bedeuten würde. In jenen Welten liegt die Wahrheit weiter entfernt und ist unauffindbarer als sonst irgendwo. Die Macht des Geistes über die Mater sehen sie als hermetische Kunst an, die von Meistern gelehrt werden müsse. Und zu Recht, denn in ihrer Welt beherrschen intrigante, egoistische Mächte ebenfalls das Spiel mit der Mater und so muss ständig um den Ausgleich der Kräfte von heller und dunkler Seite gebangt werden.

Wenn irgendjemand heute diese Welten romantisiert und sich dorthin träumt, lässt das Schlüsse auf seine geistige Prägung zu. Die ist entweder durch Filme oder sonstige geistige Unterhaltung gesät, oder aber auf dem eigenen Mist entsprossen. Jedenfalls steht eines fest. Momentan erlebt die Menschheit das Herannahen des Scheidewegs. Er wird unsere Gesellschaft durcheinanderrütteln wie noch keiner davor. Dahinter werden sich die einen auf dem Weg in die Welten der bösen Geister befinden, wo nur das Recht des Stärkeren gilt. Und die anderen werden sich in einer Welt wieder finden, in der die natürliche kosmische Ethik und einziggültige Wahrheit zum Maßstab des alltäglichen Lebens wird. Beide Welten sind noch niemals perfekt gewesen und sie werden es auch niemals sein. Für den Wanderer durch die Zeitalter stellt sich allein die Frage in welcher Welt ihm das Leben lebenswerter erscheint. Ich jedenfalls kenne die eine bereits sehr gut und warte nun auf die Erfahrungen in der anderen.

*(Name geändert - d. Verf.) rauf

Eintrag #0017 - Donnerstag, 2. Oktober 2008
Eine kleine Überlegung zum großen Schlaf

Dass viele Menschen heute denken, sie müssten in ihrem kurzen Leben möglichst eindrucksvolle Impressionen ergattern und ebenso untilgbare Eindrücke bei Mitmenschen hinterlassen, hat wohl mit einer weit verbreiteten Religionslehre zu tun. Diese hat den Menschen nicht nur entgeistert, sondern mit ihrem eigentlich kleinen Coup das bewirkt, was sie letztlich am liebsten verteufelt gesehen hätte – die Aufklärung. Mit der Lehre vom endlichen Leben richtete man das Augenmerk der Menschen stärker den je auf das vermeintlich einzig wahre. So lebten Generationen das Bewusstsein wonach Vernunft und Rationalität gleichbedeutend mit Handfestigkeit wäre und entdeckten so irgendwann ihre Emanzipation von der geistlichen Obrigkeit, die das in der Form wohl eigentlich nicht ganz im Sinn hatte.

In alten Kulturen war es immer eine ganz normale Sache, dass ein Mensch nach dem Ausscheiden aus der sterblichen Hülle weiterleben würde. Heutige Menschen stellen sich dabei teilweise die Frage wie es angehen kann, dass ganze Völker solch eine große Faszination für den Tod hatten und gar regelrechte Totenkulte das diesseitige Leben bestimmten. Das können ja eigentlich nur dumme Lebensflüchtlinge gewesen sein. Damals war man eben längst nicht so Rational wie heute, wo man erkannt hat, dass man solange nicht an Gott glauben braucht wie ein Beweis über ihn ausbleibt. Heute ist man dann vernünftig, wenn man nicht an Geister, Gott oder übernatürliche Sachen glaubt oder zumindest versichert, dass man unentschlossen sei. Wahrscheinlich sind wir Modernisten die ersten in einer langen Kette von Generationen, die standhaft den Glauben teilt man würde aufhören zu existieren, wenn der Verfall des Körpers Überhand nimmt. Wie so oft sind wir bei dieser Frage entweder Leute, die am fortschrittlichsten denken, oder aber die allerletzten Volltrottel.

Einer meiner Lehrer und ich unterhielten uns einmal über Außerirdische und irgendwann behauptete er steif und fest, er würde als völliger Rationalist nur das glauben, was er sehen könne. Das ist lange her, aber ich konnte schon damals das schallende Gelächter in meinem Kopf nicht unterdrücken, als mir klar wurde, dass mein Lehrmeister nicht an seinen eigenen Verstand, die Liebe seiner Frau und Kinder oder die Rückseite von Erde, Mond und Sonne glauben würde. Natürlich hätte seine Antwort auf mein Unverständnis in etwa gelautet, dass er sehr wohl an diese Dinge glaube, denn er könne sie doch auf indirekte Weise erkennen. Seinen Verstand würde er einfach so als real akzeptieren, da er ihn ja fühlt, die Liebe seiner Familie sähe er in vielerlei Liebesbeweisen, und dass Erde, Mond und Sonne eine Kugelform haben, wüsste er von Fotografien. So ist Rationalität also eigentlich nichts weiteres, als eine größtmögliche Ansammlung von persönlichen Ahnungen, oder wie?

Man sagt heute manchmal die Gesellschaft hätte mit dem Loslassen vom einfachen Glauben an übersinnliche Dinge einen Pfad des Verderbens verlassen. Man sei erwachsener geworden, weil man sich nicht mehr von irgendwelchen oberflächlichen Eindrücken und Wahnvorstellungen in die Irre leiten ließe. Das Leben wird heute nicht mehr von unsichtbaren Einflüssen bestimmt die Spukhaft um einen herumschwirren und Unsicherheit und Angst verbreiten. Dabei hat man nur den einen Glauben gegen einen anderen getauscht. Der Gott der Moderne trägt den seltsam ungelenken Namen *Fortschritt* und Wissenschaft ist die Religion, welche mich ihm näher bringt. Die Lehre unterliegt den Prinzipien von Vernunft. Und die quasidogmatischen Axiome der Lehre gelten als Absicherung gegen allerlei wilde Spekulation und unvernünftige Pseudolehrer. Mit dem inbrünstigen Feuer des rationalen Sakramentes von Wiederholbarkeit und Beweisführung brenne ich der Welt der Unwissenden meinen Glauben an handfeste Fakten auf den Pelz. Bis sie alle mein Zeichen tragen und nur noch mir das Gras aus der Hand fressen. Sogar der Papst und Gott persönlich. … So in etwa lautet wohl die Maxime eines Menschen, der als durch und durch Vernünftig gilt. Bei Gesprächen über Außerirdische, Marsgesichter, Untergrundbasen oder auch Götter, Geister und sonstigen spekulativen Unfug wird man ihn kopfschüttelnder als jemals zuvor erleben und ihn deswegen als Skeptiker kategorisieren. Und wenn man ihn fragt was er über den Tod denke, wird er versuchen zu sagen, dass das Leben mit dem Herzstillstand, dem Ende der Hirnaktivität oder ähnlichen Indizien aufhöre und vorbei sei – auf Ewig. Er wird zugeben, dass man gar nicht so genau wisse wann ein Mensch eigentlich tot ist. Und dann wird er im Rausch von Vernunft und Faktenwissen eine Rede über irgendwelche ihm allein namentlich bekannte Leute halten, die irgendwann einmal diese oder jene Ahnung geäußert haben. Nur um zu zeigen, dass er zwar ahnungslos und doch (oder eben gerade deswegen) irgendwie akademisch legitimiert sei.

Ich weiß, dass ich nichts weiß. Dieser Spruch ist eines der Lieblingszitate von eigensinnigen Gelehrten oder selbsternannten Philosophen. Die wenigsten davon werden zugeben, dass sie zwar weitgehend unwissend aber nicht vollkommen unwissend sind und es vor allem nicht bei Unwissenheit belassen müssen. Und noch seltener werden solche zugeben, dass sie den Spruch zwar oft und gern benutzen aber sich ganz im geheimen stillschweigend für die Allerallerklügsten und regelrecht sprudelnde Wissensquellen halten. Man nutzt den Spruch gern, um sich in seinem stillen Gedankenkämmerlein vor allzu nervenden Meinungen abzuschotten, die einem ihr Wissen aufdrücken wollen. Was ist Wissen? Ein Rationalist müsste sagen, dass er nicht an Wissen glaube, denn man kann es nicht sehen. Aber halt! Man kann es doch sehen. Es ist dieses lustige Zeug, dass man in Büchern und dem Internet sieht und das dem einen ein staunendes Oh und dem anderen ein schmerzendes Ah entlockt. Und ich sage, dass das, was in Büchern und dem Internet steht, eigentlich nur Buchstaben sind. Wenn Wissen aussieht wie „Amerika wurde 1492 von Kolumbus entdeckt“, dann hat es sehr viel Ähnlichkeit mit Unwissen. Denn Unwissen sieht so aus „Es war einmal ein dorniges Röschen“. Wissen wird niemals von Buchstaben definiert, sondern allein von demjenigen der sich vom geistigen Inhalt informiert sieht. Somit ist ein Lehrbuch für den einen eine Sammlung von Wissen und für einen anderen pure Gehirnwäsche. Wissen ist also nicht das in einem Buch oder dem Internet, sondern es ist das, was man geistig zugeordnet als Information ansieht. An dieser kleinen Erkenntnis, die nebenbei einen Bißchenwenigerwisser erstaunlich leicht zu einem Bißchenmehrwisser macht, sieht man, dass die vermeintlich moderne Rationalität Blödsinn in Reinkultur ist. Denn sie ist dehnbar und hängt allein von der Ansicht des Informierten ab. Übrigens ebenso wie jeder Gegenentwurf zur momentan üblichen Ratio. Das liegt aber nicht daran, dass eigentlich alles purer Blödsinn ist, sondern daran, dass Blödsinn und Sinn eben immer nur vom Geist eines Informierten abhängt. Wahrheit dagegen hängt nicht vom Auge des Betrachters ab, sondern allenfalls deren subjektive Wahrnehmung. Nicht die Wahrheit ist relativ, sondern das, was man wahrhaben möchte. Das ist allerdings ziemlich selten Wahrheit, denn die ist immer so unbequem und furchtbar einschränkend.

Ob es Beweisketten gibt oder lediglich persönliche Gewissheiten bei einem einzelnen Menschen, sagt nichts darüber aus wie groß der Wahrheitsgehalt einer Information ist. Allgemein wird allerdings das für Realität gehalten, was möglichst viele (oder theoretisch alle) Menschen für sich ganz persönlich nachweisen könn(t)en. Das macht wiederum sehr großen Sinn, denn auf diese Weise verhindert oder verringert man das babylonische Sprachengewirr. Der Überschnitt an gemeinsamen Sinneseindrücken und gemeinsamen Gewissheiten schafft in jedem beteiligten Geist ein sinnvolles Selbstbewusstsein. Und nur damit erlangt man die Möglichkeit auch Dinge zu begreifen, die den Sinnen anderer jenseits stehen. Die gemeinsamen Gewissheiten bilden das irdische Fundament zur Erkenntnis alles Transzendenten. Denn alles Transzendente (einschließlich dem Geist im Kopf von uns allen) kann nur auf transzendente also übersinnliche Weise sinnvoll geordnet werden. Wenn einem aber der sinnvolle Verstand oder die Vernunft fehlt, wird man alles Himmlische weder begreifen noch einen sinnvollen Lebens- oder Todeszustand erreichen. Das Leben wird eine Aneinanderreihung sinnloser Quälerei sein und der Tod das Ende dieses krankhaften Leidens.

Menschen, die diese Überzeugung teilen glauben wahrscheinlich an die Idee, wonach der Mensch oder die Intelligenz eine Krankheit sei. Eine Art Unfall, der von der Natur nicht gewollt sei. Der tief sitzende Zynismus wurzelt in der Art und Weise wie diese Menschen ihr und das Leben anderer wahrnehmen. Sie hassen es schlichtweg, denn sie mögen die Machtlosigkeit nicht, die ihnen das oh wie moderne Leben aufzwingt. Selbstbewusstsein ziehen sie nicht aus einer Vernunft oder einer Wahrheit, sondern höchstens aus der Zugehörigkeit zu einer Gruppe Gleichgesinnter. Auf diese Weise wird es plötzlich schick an Dinge zu glauben, die philosophisch betrachtet der ultimative Superkäse sind. Mit dem Zuspruch der Gruppe und ihrer geistigen Vorreiter wird es möglich „Wahrheiten“ zu glauben, die man nicht im Inneren nachvollzogen, sondern von außen aufgesetzt bekommt. Und irgendwie sagt man sich dann „ja, so habe ich es immer gefühlt“ – welch Wunder.

Was passiert beim Sterben oder wann ist vor allem ein Mensch wirklich Tot? Während die Wissenschaft hier ihre Materialbefunde bemüht weiß der spirituelle Mensch, dass der Tod dann stattgefunden hat, wenn Seele und Geist aus dem Körper gewichen sind. Weil diese Dinge nun mal leider keine brauchbaren Messwerte liefern, müssen sie dem rätselnden Doktor spekulativ gelten und so kann seine Definition von Tod eben auch nur ein bisschen uneinheitlich zwischen dieser und jener Zweitursache herumspringen. Mitunter hat das in der Vergangenheit und teilweise der Gegenwart dazu geführt, dass scheinbar tote Leute ihren Lebensabend auf düsterste Weise aufgezwungen bekamen. Die moderne Wissensreligion spricht bei Nahtod-Erfahrungen wie Lichtkorridoren und ähnlichem von der schlichten Annahme, es handle sich dabei um chemisch erzeugte Illusionen. Sie würden einfach nur der Vorbereitung auf das unabänderbare Ende dienen. Aber wozu braucht es einer Vorbereitung auf eine Sache, die letztlich nicht nachfühlbar wäre, wenn man der Wissenschaft glaubt? Wenn der Tod das absolute Ende jeder geistigen Reflexion ist, macht eine Vorbereitung darauf doch eigentlich überhaupt keinen Sinn. Schalter an – Schalter aus. So einfach wäre das. Wieso also eine Vorbereitung? Dass es eine Vorbereitung ist, ist durchaus korrekt. Bloß eben hat sie einen Sinn und ist nicht einfach nur eine Panne im Sinneseindruck eines Sterbenden. Veränderungen in der Hirnchemie oder Halluzinationen sind deswegen nicht der Grund für die Sinneseindrücke, sondern der wirkliche Grund liegt viel tiefer in der Natur des Menschen begründet – der Geist nimmt die Loslösung vom sterbenden Körper wahr und dieser Eindruck wird den Sinnen des Menschen mit materiellen Indikatoren übermittelt. So ist es auch kein wirkliches Wunder, dass Menschen, die kurz vor dem Exitus (dem Ausgang) stehen, der Welt entrückt wirken und ihre Gestik und Mimik mitunter irrational erscheinen.

Nie und nimmer ist der materielle Tod das Ende aller spirituellen Aktivität. Mal angenommen das wäre tatsächlich so, dann müsste man jedes Mal, wenn man eine Glühbirne ausschalten würde, mühsam herausfinden wie das Zimmer unter Lichtbestrahlung aussähe. Man müsste dazu nicht nur die Glühbirne neu erfinden, sondern außerdem die komplette Elektrik und alle sonstigen Dinge, die mit dem einfachen Glühen eines Wolframfaden zusammenhängen. Kurz gesagt gäbe es, wenn Materie wirklich die Grundlage der realen Welt darstellen würde, keine Erinnerung. Dann allerdings gäbe es auch keine Ideen, kein Erkennen und ungefähr so viel Fortschritt wie in der Hosentasche eines nackten Engländers zu finden ist. Bei einem Weiterleben nach dem Tod ist allerdings nicht ausschließlich die Erinnerung der Hinterbliebenen wichtig. Wenn man als Geistwesen auch nach dem Abschied von der sterblichen Materiehülle bestand haben möchte, ist die Übung in geistiger Disziplin notwendig. Wenn man sich dagegen ausschließlich um geistige Zerstreuung bemüht um bloß nicht in Langeweile oder gar einem Anflug von Nachdenken zu geraten, dann wird man beim Verlassen der trägen Welt der Materie ganz urplötzlich mit einer Welt konfrontiert, die viel direkter auf die eigenen Gedanken reagiert, als es die träge Materie jemals könnte. Das heißt, dass die geistigen Prägungen, die man sich im Leben angewöhnt auch im Zustand der (vermeintlichen) Körperlosigkeit bestimmend um nicht zu sagen unumgänglich werden. Hält man demnach nichts von Selbstreflexion, so wird das Selbst vor allem gerade im spirituellen Nachleben verschwinden. Dann helfen wirklich nur noch die Erinnerungen der Hinterbliebenen, um eine vage Erinnerung an sich Selbst zu bekommen.

Die selbstständige, geistige Sammlung ist im Zustand eines materielosen Lebewesens tausendfach schwieriger. Denn jeder flüchtige Gedanke zieht unentwegt die Aufmerksamkeit auf sich. So verliert man sich unter Umständen in einem Strand unterschiedlichster Sinneseindrücke, die dem einen zum Alptraum und dem anderen zum Himmel werden – je nach gedanklicher Fixierung im Diesseits. Da kann eine Reinkarnation (eine Wiederkehr in das Fleisch) manchmal zur wahren Wonne und genauer gesagt zu einer weiteren Chance der Besserung werden. Für andere wiederum ist es ein grausames Erwachen in der vergleichsweise kalten, harten Luft eines Kreissaals. Ich denke nur derjenige, der den Zustand der Geisthaftigkeit in allen Stufen des Jenseitigen beherrscht und die Fokussierung auf sein spirituelles Ziel (die Sammlung in das Eine) nicht aus den Augen verliert, kann der Wiederkehr in die träge Materiewelt aus dem Weg gehen oder sogar freien Willens darüber entscheiden, in welchem Körper er erneut herabsteigen will. Mitunter könnte ich mir denken, dass ein wirklich überaus hoch entwickelter Geist nicht nur über seine Mutter entscheiden kann, sondern sogar über die Art ihrer Empfängnis. Soll nichts anderes heißen, als dass ein wirklich hoch entwickelter Geist dazu imstande sein müsste aus seinem Willen heraus die Entstehung seines eigenen Körpers einleiten zu können. Allerdings bräuchte er dabei die Hilfe seines geistigen Vaters, der anfangs den Samen pflanzen müsste. Ohne ihn wäre sogar der höchste Geist dieser Welt aufgeschmissen. Der geistige Vater ist zum einen nicht unbedingt der materielle Vater und zum zweiten ist der geistige Vater eines überaus hoch entwickelten Geistes sehr wahrscheinlich kein Vater aus dieser Welt. Sagen wir mal so – ein geistiger Vater, der in der Lage ist einen Samen zu erzeugen (und nicht lediglich umzuwandeln), der IST nicht aus dieser Welt.

Muss man somit begründet ängstlich sein, wenn man dem Tod ins Auge sieht? Es gibt einen Geist in diesem Universum, der dereinst vor sehr langer und eigentlich gar nicht allzu ferner Zeit einen Menschen belebte. Die Mutter des Menschen war angeblich verachtet, weil sie mutmaßlich ihren Ehemann betrogen hatte und einen unehelichen Sohn gebar, dessen Vater man nicht kannte. Dieser Sohn lernte von seinem irdischen Vater (der in diesem Fall streng genommen eigentlich ein Stiefvater war) die Kunst eines Zimmermanns. Der junge Mensch wuchs heran und war wegen seiner geistigen Besonderheiten viel beachtet und später, als er den Pfad der Wahrheit (wieder)erkannt und verinnerlicht hatte, gewann seine Besonderheit durch sein Wirken im Materiellen hinzu. Denn die Menschen sahen darin nun gemeinsam die wundervollen Begebenheiten, die der Zimmermann durch seinen Glauben und sein großes Bewusstsein für die Wahrheit bewirken konnte. Er galt als vollkommen erwachter Geist und Licht war somit quasi seine Aura und sein Markenzeichen. Allerdings ist anzunehmen, dass dieser Zimmermann nicht wirklich mit der verklärten Lichtikone gleichzustellen ist, die Menschen in nachfolgenden Zeiten in Schrift und Bild aus ihm gemacht haben, weil sie ihn lieb gewonnen hatten und es auf diese Weise zeigten. Die Frage nach Furcht beschwichtigte dieser Mensch durch die Versicherung, dass jeder, der seinem Beispiel und dem Weg seiner Erkenntnis folge, auf direktem Weg und neben ihm zu seinem spirituellen Vater gehen würde. Man muss diesem Geist dankbar sein, denn er ist ein vollendeter Wegweiser in die Wiedervereinigung mit der absoluten Wahrheit und der vollkommenen, geistigen Sammlung. Er macht einem die Unsterblichkeit einfach, wenn man sich ihm anschließt oder seinem Vorbild folgt. So ist es kein Wunder, dass was mich betrifft feststeht wer mein geistiger Held ist und wessen Pfad ich mich anzunähern gedenke.

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© 4nt|bürger4711 August 2008 - - letzte Änderung: Montag, 30.01.2012