Leichen im Keller

Eintrag #0024 - Freitag, 17. Juli 2009
Ein Nachruf auf das Internet und die damit verbundene Freude über die Unfähigkeit zu Wissen

Ich las letzte Woche von einem Problem, dass die moderne Welt wahrscheinlich Anfang nächster Woche in ein furchtbares Hyperchaos schmeißen könnte. Die einzige Lösung bei diesem Problem hatte etwas mit viel Arbeit, geringen Kosten vom Umfang mehrerer Bruttoinlandsprodukte und der Abgabe der eigenen Kontrollhoheit an Leute, die einem unbekannt sind, aber des Namens und ihrer umfangreichen Auszeichnungen wegen größtes Vertrauen verdienen, zu tun. Das Problem von dem ich las betrifft akut so was sehr Wichtiges wie das Internet. Genauer machen die fehlende Sicherheit und die relativ große Anonymität des Netzes so große Probleme. Da bleibt natürlich nur eins :: Maximale Überwachung, Protokollierung, Registrierung und präkriminelle Identifizierung sämtlicher Ambitionen zur Übernahme von wichtigen Schalteroptionen.

Was sich eine Familienministerin dieser Tage vornahm, um den Krieg gegen den Kindsmissbrauch voran zu treiben, war wirklich mal wieder ein Beweis für die Schwere des politischen Amtes und des fehlenden Verständnisses der Bürger in dieses sehr, sehr schwere Amt. Und so wie sich die legitimierte Staats-Sicherheit hier wieder einmal einen Dreck um die Wirksamkeit ihrer Aktionen schert oder allenfalls ein bisschen Buh ruft, so scheint's sich jeden Tag und jede Woche zu wiederholen. Man hilft Opfern von Gewalt selbstverständlich immer am besten, wenn man möglichst früh ein Gesetz erlässt, dass ihnen gegebenenfalls Recht gäbe, wenn sie denn eines dummen Tages mal ganz tüchtig verbotener Sachen ausgesetzt sein sollten. Wieso sollte man sich auch darum kümmern einen jammernden Schwachpunkt einerseits über die Schwierigkeiten aufzuklären, welche naive Vertrauensseligkeit so mit sich bringen könnte, wenn man sich mit der modernen Welt einlässt!? Und weshalb zum Teufel sollte man bloß noch mal diese moderne Welt direkt angehen und sie eventuell vielleicht sogar irgendwie von innen heraus abändern wollen!? Wie auch bitte ändern, was man nicht oder nur aus der Sicht des Geld- und Rufsammlers versteht? Gerade aus der Sicht des Letzteren scheint immer das Arrangement die bessere Wahl zu sein. Nicht zuletzt auch deshalb, weil schnelle Lösungen irgendwie poppiger sind und deswegen manchmal auch lieber Solution ("ßolouschen" gesprochen) genannt werden. Man kann das Verbrechen nicht verhindern somit muss man es eindämmen. Hundertprozentige Sicherheit ist nicht möglich, aber hundertprozentig sicher ist, dass sich nichts bessern darf, solange ich gut verdiene. Die Frage nach dem Grund für das Vermögen einiger geisteskranker Einzeltäter (die auch mal gesammelt auftreten können, aber deswegen noch lange nicht gesünder oder gar Verständnisrelevant sind) die Welt mit den Augen eines in die Enge getriebenen Raubtieres wahrzunehmen, muss auf Kosten einer kurzfristigen Absicherung derzeitigen Wohlstandes auf Morgen verlegt werden. Die Reflexion des aktuellen Weltbildes darf allenfalls weltlich, schulwissenschaftlich und nur dann philosophisch ausfallen, wenn die Philosophie möglichst atheistisch und vor allem schulwissenschaftlich gehalten oder gefesselt an den gut sichtbaren Fahnenstangen des Renommee genutzt wird. In einer Welt des Fortschritts sind eben Stoppschilder immer noch am Wirksamsten, wenn man die Dämlichen von den Eigensinnigen trennen will. Die Eigensinnigen wissen wenigstens, dass man ganz böse ist, wenn man mit dem Zeigefinger fuchtelt und "Du, Du!!" macht.

Die Freiheit des Internets ist das grausamste, was das CERN der kapitalistischen Welt der bodenlosen Geldbeutel antun konnte. Wie zum Teufel kam man bloß jemals darauf dem Pöbel die Kontrolle über das eigene Wissen, das Fabulieren, Spekulieren, Sammeln, Archivieren oder die eigene Meinung zu schenken. Hätte man dafür nicht vielleicht besser Gebühren verlangen oder einen Führerschein oder so was in der Art ausstellen müssen? Nun haben wir den Salat! Wieder einmal müssen sich nette Menschen in Peking, Iran oder Deutschland darum kümmern, was die Menschen ankucken, wissen, lernen oder publizieren dürfen. Und andere nette Menschen müssen Nächte hindurch Schwitzbäche ergießen und Tränenschauer ausschütten, weil irgendwelche bösen Nichtsversteher einfach so ihr Wissen oder ihre Geldbeutel kaputt machen und so aller Voraussicht nach noch mehr Nichtsversteher produzieren. Die Welt des Pop steht am Abgrund. Ich glaube der Papst denkt jetzt schon darüber nach die Kopulation zwischen Nichtsversteher und QWERTZU-Tastatur als unheilig zu verbieten. Dass das Internet sowieso vom Teufel ist, muss man nicht erwähnen.

Wo ist eigentlich noch mal dieses doofe Internet? In der Wand oder da hinten irgendwo in einem Servicegebäude? Oder kommt's vielleicht aus der Hölle? Dass man das Servicegebäude so doll kühlen muss, scheint auf die Hölle hinzudeuten. Und dass Serverhard- und Software einerseits sehr teuer und andererseits ziemlich kompliziert zu verstehen ist, scheint ein weiterer Beweis zu sein. Außerdem heißt WWW in irgendeiner alten Bibelsprache auch 666. Und so viel böse Sachen auf einem Fleck, ... da kann man schon mal sehr traurig sein, wenn man das alles für die Wirklichkeit hält. Da hilft nicht einmal Weihwasser, weil man sofort verhaftet und böse angekuckt wird, wenn man so was in einen Server schüttet der einem nicht gehört.

Ich glaube nur unsere fortschrittliche Welt kann so was wie ein elektronisches Netzwerk produzieren, auf das dann jedermann stolz den Finger reckt und schwört, dass noch niemals irgendjemand je so was Tolles besessen hat. Das Internet ... Es ist groß, es ist leise, es ist warm und es macht immer dann Musik, wenn man auch die richtige Software gekauft hat. Was man alles machen kann mit diesem verrückten Ding. Man kann mit Leuten sprechen, die man gar nicht kennt und teilweise nicht kennen wollen würde, wenn man wüsste wie sie sich anziehen falls sie es überhaupt tun. Man kann sich Sachen ankucken, die man "draußen" nie sehen würde, wenn man ewig so verklemmt, kindisch oder egoistisch bliebe. Man kann sich so wichtig machen, dass man irgendwann einmal, wenn das Internet vielleicht mal ein bisschen Netter geworden ist, mindestens so doll geschätzt und bewundert wird wie Michael Jackson. Das Internet liebt meine Egozentrik und Mitteilungsliebe so sehr wie mein Spiegel und deswegen ist es – neben einigen anderen Annehmlichkeiten – mein allerallerbester Freund. Ich erzähle ihm alles und ich erfahre alles über die, von denen ich alle Peinlichkeiten und Minuspunkte wissen will.

Mancher wird sagen, das Internet sei so eine Sache, die man tief unter die Erde gelegt und tief im Ozean versenkt hat. Und um all das versunkene, teure Zeug auch sinnvoll nutzen zu können, haben es sich fast alle heute lebenden Menschen zur Gewohnheit gemacht, hier und dort ab und zu einen kleinen grauen Kasten anzufassen, an dem ein Bildschirm freundlicherweise darüber Mitteilungen macht, was drinnen so los ist. Das Internet sei ein Wissensschatz sagen sie. Das Internet sei ein sehr großer, sehr wertvoller, sehr fortschrittlicher Weg um das Wissen, das Hoffen, die Ängste und Wünsche der ganzen großen Welt zu zentralisieren. Einige sehr kluge Menschen behaupten dabei sogar, dass das Internet uns auf der nächsten Stufe der Evolution begleiten würde, die der jetzt schon so lange bestehenden Gesellschaft zu einer Einheit von Wissen und Bewusstsein verhülfe. So würde also dank dieser teuren, fortschrittlichen Anschaffung die Möglichkeit konkret, dass alle Menschen immer alles voneinander wissen könnten. Gerade so, als wenn sie alle nur eine einzige Person seien. Ich habe nur die Befürchtung, dass dieser wahnsinnig brauchbare evolutionäre Schritt zum einen gar nicht so toll und fortschrittlich ist, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Und zum anderen glaube ich nicht daran, dass ein Internet – so teuer, modern und irrwitzig gigantomäßig schnell es auch überübermorgen sein könnte – jemals ein Gehirn ersetzen wird.

Ich denke, dass eine geistige Einheit nicht durch ein Internet geboren wird. Wohl gut möglich, dass das verrückte Ding die Reifung dahin möglich um nicht zu sagen wahrscheinlich macht. Das Internet ist nichts ohne die Leute, die es bedienen, weil alle Informationen und alles Wissen im Kern darauf angewiesen sind, dass ein Mensch sie kennt. Ich denke nicht, dass Wissen an sich insgeheim darauf hofft gewusst zu werden, denn es ist auch dann als relevante Größe vorhanden, wenn es niemand zur Kenntnis nimmt. Bloß ist es dann eben unentdeckt oder auch verdeckt. Manchmal fühlt es sich dabei wohl auch ganz wohl. Das Internet wäre ohne die Kenntnisnahme der Menschen allerdings ganz schön aufgeschmissen. Es würde sich sogar vor Wut erhitzen und dann irgendwann einfach aufhören da zu sein, weil irgendjemand vergessen hat die Batterien zu wechseln. So gesehen ist das Internet nur auf absehbare Zeit da, denn es wird sicher niemals den Tag überleben, an dem ein Mensch Angeln, Lagerfeuer und Zelten für schöner befindet und sich als Letzter allen anderen anschließt. Würde man dagegen sagen, dass das Wissen der Welt nicht da sei, dann müsste man sofort aufhören den gemeinsamen Gang zu noch mehr Kenntnis zu beschreiten. Angeln, Lagerfeuer und Zelten könnte man knicken, weil kein Schwein wüßte wie's geht. In dem Fall müsste sich jederman allerdings auch die meiste Zeit des Tages den Vorwurf des Ignoranten und Besserwissers gefallen lassen. Was unstrittig sein sollte ist, dass eine Information nur dann sinnvoll ist, wenn sie mit einem Sinn erfasst wird. Anders gesagt :: Was ich nicht weiß wird mich nicht wissentlich erhitzen. Erhitzen können wird es mich allerdings trotz meiner Unkenntnis, sobald ich ihm in meiner Blindheit zu nahe komme. Moderne Forscher sprechen in ihrer leichtfertigen Haltung dem Geist gegenüber manchmal, sie täten alles Erdenkliche um das Wissen anwachsen zu lassen. Deswegen bezeichnen sie auch ihre Disziplin als Schaffung von Wissen. Eigentlich müsste man es Kenntnisschafft nennen, denn was wirklich erschaffen wird ist die Kenntnis über ein transzendentes, ein spirituelles Gut. Die so genannte Wissenschaft hofft alles Transzendente an diesem Gut abzuwaschen um es möglichst bald auf der Erde in einem großen Käfig am Boden festzunageln und es nie mehr frei zu lassen. Was sie da in den Händen halten, ahnen wohl nur die wenigsten unter den erhitzten Schaffenden. Und von denen, die es nicht ahnen, würden die allermeisten wahrscheinlich aus dem nächsten halboffenen Fenster hüpfen, wenn sie begriffen, dass das unwissentlich gehandhabte Ding viel Ähnlichkeit mit dem innersten Motiv von Religion hat. Allenfalls Ähnlichkeit hat es deswegen mit diesem Urmotiv gemein, weil man das eine mit Fassung Handhaben das andere fassungslos Stehen lassen muss. Sie begreifen es einfach nicht, dass all ihre Mühe niemals dazu führen wird, dass sie ihre vermaledeite Fassungslosigkeit jemals überwinden könnten, denn sie wissen nicht was Wissen ist. Sie wissen nicht, wann sie etwas wirklich wissen. Und sie halten ihre zeitweilige Kenntnis von einem Detail für das endgültige Wissen von einer Wahrheit.

Das Internet ist ein Pool von Information. Unwissentlich betrachtet erscheinen nur zwei Zeichen. Es handelt sich dabei entweder um die Eins oder die Null. Das ist auch alles, was eine Information ausmacht, denn sie besteht aus der Ungleichheit eines Zustands oder einer Eigenschaft. Zwei nebeneinander liegende Eigenschaften sind für den Unwissenden durch ihre jeweilige Eigenschaft eindeutig trennbar und bilden somit durch die jeweilig zugeordnete Wahrnehmung in seinem widerspiegelnden Geist ein Abbild von der vor ihm stehenden Wirklichkeit. Wäre dieser Unterschied in der Wertigkeit nicht gegeben, dann wäre vor seinem geistigen Auge nichts und somit wäre auch das Abbild in seinem Geist nicht da. Damit wäre der Geist leer und allenfalls besäße der Geist so etwas wie ein reflektiertes Selbstbild – also ein Bewusstsein für die eigene Existenz. Denn mit einem gesunden Selbstbewusstsein nimmt man sich nicht als Teil des Nichts wahr soweit ich weiß. Das Internet ist mehr als nur eine Eins oder eine Null. Eigentlich hat der Mensch das Internet geschaffen, indem er all seine Kenntnisse verbunden hat. Das bedeutet, dass das Internet quasi eine Kopie all dessen ist, was die Menschheit an Kenntnissen besitzt. Das Internet basiert zwar auf dem transzendenten Wissen, aber es ist alles andere als ein direktes Abbild dessen. Wer das denkt macht nicht nur den Bock zum Gärtner, sondern er macht einen Satan zu seinem Lehrmeister. Anstelle dessen ist das im Internet reflektierte, gesammelte Wissen nur ein minderwertiges Abbild der Wirklichkeit. Die genaue Darstellung der Wirklichkeit ist begrenzt, was leider momentan auf die Hard- und Software zurück zu führen ist. Das könnte, so wird mancher Optimist der Technologie bestätigen, in einigen Dekaden überwunden werden. Was allerdings ganz, ganz sicher niemals überwunden werden kann das ist die Unmöglichkeit von der Integrierung ungewusster Dinge in das Abbild von allen zur Verfügung stehenden Kenntnissen. Allenfalls könnte man einen Logarithmus erstellen, der eine ungefähre Abschätzung über die momentane Unwissenheit trifft und im Internet der Zukunft alles bisher nicht reflektierte Wissen ersetzt. So wird man, wenn man im Internet der Zukunft mal nach Gott googelt, die Antwort „Kenn ich nicht“ erhalten und nicht 37 Millionen Seiten, die alle nichts wissen aber wenigstens so tun als ob. Man wird allerdings niemals sagen können ab dem 31.12.3087 wird die Menschheit einfach alles wissen und deswegen auch ein genaues Abbild der Wirklichkeit im Internet erschaffen haben. Pure Spekulation meinerseits. Ich denke aber auch deswegen muss wohl leider das geistige Abbild der Menschheit, welches im Internet eine elektronische Daseinsform gefunden hat, immer der Wirklichkeit kümmerlich hinterher hängen.

Die Dinge, die im Internet manifestieren, sind also immer ein Spiegelbild von dem was ein Mensch als Wirklichkeit begriffen hat. Und dass ein Mensch allein die objektive Wirklichkeit quasi niemals verstehen oder begreifen kann, wird auch die Vernetzung all dieses halbwertigen Unwissens nicht aufheben können. Fest steht, dass das Internet ein Abbild der geistigen Welt der Menschen ist. Es ist indes sicher kein Abbild der geistigen Welt, da die geistige Welt mehr enthält, als es der geschätzten Meinung eines Menschen jemals gewahr sein dürfte. Unter anderem ein Grund, weshalb man Kenntnisse über transzendente Wahrheiten zu finden hoffte, solange es Wissenschaftler gab. Das was uns am Internet nervt liegt also nicht in elektronischen Eingeweiden und wäre demnach dämmbar oder gesetzlich handhabbar. Es wird ganz sicher niemals Gesetze geben, die einem das Denken an dieses oder jenes rote Stoppschild oder verbotene Früchtchen nahe legen werden. Oder sagen wir mal es wird vielleicht welche geben und sie werden sich über ihre Unwirksamkeit ganz furchtbar autoritär aufspielen. Wenn man das dümmliche Gewäsch, die naive Spekulation oder eben auch das Wedeln mit dem Schwengel im Internet eindämmen wollte, dann müsste man damit beginnen die stattfindenden Abbildungen (die geistige Reflexion) in den Köpfen der Menschen zu ändern. Nur wenn man es schaffen täte einem Menschen die Wut auf die Regierung zu nehmen, würde man damit verhindern, dass er sich eines Tages einem Führer anschließt, der eine ähnliche Wut teilt.

Die Verwandlung dessen, was man bei einem Menschen als bewusste Wahrnehmung der Wirklichkeit bezeichnen müsste, ist sicherlich keine allzu leicht fallende Sache. Es geht allerdings auch weniger darum die Gedanken der Menschen von oben herab oder auch unten herauf zu gängeln. Viel mehr müsste man einfach die Wertigkeit der vorliegenden Informationen dahingehend beleuchten, dass ein Mensch bei Betrachtung derselben einen Eindruck gewinnt, der wiederum eine wohlwollende Resonanz auf die ihn umgebende Welt erzeugt. Das setzt natürlich voraus, dass der Mensch in Wohlwollen geschult ist und dies auch bereitwillig zur Verfügung stellt. Man kann einen solchen Menschen natürlich im Denken und seinen Kenntnissen beschneiden und ihm solche Dinge vorenthalten, die sein Wohlwollen verhindern würden. Doch wäre das kein sehr guter Nährboden für ein gesundes gesellschaftliches Wachstum geschweige denn einer Evolution. Eine Pflanze, deren Namen Fortschritt sein soll, müsste alles andere sein, als kümmerlich. Sie bräuchte ganz sicher keinen wogenden Stand, einen ständigen Sturm oder endlose Niederschläge. Und was so eine Pflanze sicherlich auch nicht bräuchte, das wäre eine Bezäunung gegen den Vandalismus anderer Pflanzen, da Geschöpfe dieser Art im Grunde nicht viel tun als leben und da zu sein wo sie gedeihen. Einen Gärtner??? Welche Pflanze spielt den Gärtner für einen Baum? Die Angst vor einem fehlenden Gärtner-Einfluss befällt allenfalls die Leute, die das Wohlwollen eines Menschen aus der Beschneidung seiner Kenntnissprossen gewinnen. Die Beschneidung der Kenntnisse von vielen, verursacht immer das Anwachsen der Sprossen für einen Selbst nebst wenigen Nachbarn.

Dass das Internet irgendwann einmal den nächsten Evolutionsschritt der Menschheit begründen wird, bezweifle ich begründeterweise sehr stark. Dass es allerdings zu einem Zusammenfinden bewusster Reflexion dienen kann und in diesem Moment dient, ist gar keine Frage. Solange man aber das Internet für einen Fortschritt hält und dabei vergisst was das Gebilde ohne unsere Bildung und Kenntnis ist, solange wird man vielleicht das Fortschrittslied singen und alberne Tänzchen auf den Festen zu Ehren der eigenen Beschränkung abhalten. Aber solange wird es auch für den Menschen keinen Fortschritt geben. Selbst dann, wenn er etwas Fortschritt nennt, was allenfalls den Eindruck eines überzüchteten Ochs vorm Berg macht.

rauf

Nebenbei
man spricht von 'Leichen im Keller' wenn jemandes Vergangenheit unpopuläre Geheimnisse beinhaltet, die gern unter Verschluss behalten werden. Lebensirrtümer und kleingeistige "Phobosophien", die dem Anerkennen von Wahrheit im Weg stehen. Das Konzept dieser Seite, die sich der Blog-Familie zugehörig fühlt aber sich selbst als schwarzes Schaf davon versteht, möchte sich vorwiegend den fragwürdigen Inhalten der sogenannten Moderne und weniger dem Vergangenheitsverdränger widmen.

Im Klartext ... Es geht nicht um Leichen sondern um Wahrheit. Oder genauer um die Wahrheitsfindung aller Art. Wobei nicht mein Anliegen ist die Wahrheit zu okkupieren oder sie für mich zu beanspruchen. Meine Idee beschränkt sich auf einfacher, banaler Mitteilungsliebe und dem vagen und unscharfen Gefühl von Gerechtigkeit und Provokation.

Es kann aber hier und da auch einfach nur um die Freude am Schreiben gehen und im Großen und Ganzen nimmt sich das hier auch nicht allzu wichtig.

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© 4nt|bürger4711 August 2008 - - letzte Änderung: Dienstag, 15.05.2012