Eintrag #0021 - Samstag, 18. Dezember 2008
Die Suche nach der Erklärung von Gravitation
Man stelle sich vor ein moderner Wissenschaftler sollte folgendes tun. Man würde ihm auftragen zu beweisen, dass es Raum gäbe. Und man würde jedes Mal, wenn er eines seiner endlos vielen indirekten Indizien anführen würde, mit dem Kopf schütteln und väterlich mit dem Zeigefinger wedeln. Das Resultat sieht dann vielleicht ungefähr so aus, dass man nach einer guten Stunde einen modernen Wissenschaftler hat, der nackt, frustriert und mit zerzausten Haaren vor einem herum hüpft und verzweifelt und verwirrt die Frage stellt wie er etwas beweisen solle, das zwar von jederman nachvollziehbar vorhanden aber nach wissenschaftlichem Regelwerk eigentlich nicht da weil unbeweisbar ist.
Eine Möglichkeit auf einen Raum hinzuweisen wäre ihn mit etwas zu füllen. Um das Volumen eines Behälters zu ermessen, kann man ihn z. Bsp. mit Sand oder Wasser füllen und anschließend die Menge des dafür benutzten Stoffes beurteilen. In dem Fall wird keinesfalls der klare Beweis von Raum geliefert, sondern allenfalls das räumliche Fassungsvermögen eines (hoffentlich) geschlossenen Körpers. Was also erwiesen wird, ist eine Eigenschaft eines Behälters. Dass der von ihm begrenzte Raum ein bestimmtes Maß füllt, ist zwar ein gutes Indiz für Räumlichkeit, aber es ist kein Beweis für Raum. Eine weitere Möglichkeit das Volumen eines Körpers zu bestimmen ist dessen Wasserverdrängung zu bestimmen. Aber auch hier wird eben lediglich festgestellt wie groß ein Objekt ist. Mit der Feststellung, dass sich das jeweilige Objekt in drei Dimensionen in einer bestimmbaren Größe ausdehnt, erlangt der Wissenschaftler ein weiteres Indiz von umgebendem Raum. Man befasst sich mit den Eigenschaften eines physikalischen Objekts, um auf die Größe des Leerraumes schließen zu können, der eben von der Beschaffenheit des Objekts abhängt. Mit dem Raum selbst befasst man sich dagegen nicht.
Natürlich wird man normalerweise sagen, dass man so etwas wie Raum nicht beweisen müsse, weil er ja klar ersichtlich existiert. Wozu sollte man den Beweis antreten, dass der Stern Sirius in einem Raum steckt und nicht etwa als Abziehbild auf irgendeinen glatten, monströs riesigen, mattschwarzen Kleiderschrank geklebt ist. Jeder kennt die gewirkten Eigenschaften von Raum. Jeder nimmt ihn wahr und niemand seriöses würde vermutlich auf die Idee kommen Raum als etwas Stoffliches zu sehen und gar zu behaupten, dass Raum zugleich Welle und Teilchen sei. Komischerweise gibt es aber genau diesen Glaubenssatz bei etwas, das mit dem Raum verknüpft ist. Dabei handelt es sich nicht etwa um Zeit, sondern um Schwerkraft. Während man das Dasein von Raumzeit einfach so als physikalische Gegebenheit hinnimmt, trennt man Schwerkraft von dieser Einheit ab und behauptet sie entstünde wahrscheinlich durch irgendwelche kleinen Schwermachdingerchen. Dabei ist man sich nicht einmal sicher ob Schwerkraft einen Menschen auf die Erde zieht oder drückt. Das heißt man weiß nicht wo man die vermeintliche Ausgangsquelle ausfindig machen sollte. Man sucht halt so lange, bis man es genauer weiß und geht solange mal davon aus, dass Schwerkraft etwas Teilchenbasiertes ist. Zu allem Überfluss beschäftigt man sich wie wild mit der Frage wie ein Mikroskop aussehen müßte, damit man diese Dingerchen bloß mal endlich so richtig doll ankucken könnte.
Die Suche nach dem Beweis für Raum, Zeit oder Schwerkraft gleicht meiner Meinung nach der Beweissuche für das Nichts. Um zu beweisen, dass ein Loch oder ein Hohlraum in einem Körper existiert, sieht man sich natürlich den Körper an. Man versucht gar nicht erst das Dasein von Nichts zu belegen, sondern anstelle dessen lieber das Fehlen von Etwas. Die Frage was das Nichts eigentlich ist, ist eine zutiefst philosophische Frage. Ein Loch ist z. Bsp. nicht wirklich Nichts. Sonst würde man es ja auch in etwa so bezeichnen. Das Loch wird durch das Vorhandensein von Etwas festgelegt. Ohne das Etwas gäbe es das Loch nicht. Anstelle dessen gäbe es wirklich Nichts. Nur durch die Aufmerksamkeit eines reflektierenden Geistes (Etwas) wird das Nichts aus seiner paradoxen Nichtexistenz herausgehoben und obwohl es dann weiterhin Nichts im Sinne einer stofflichen Greifbarkeit ist, wird es durch das Erkennen eines Geistes zu einem Etwas. Ein reflektierender Geist kann niemals Nichts erkennen. Um Nichts erkennen zu können müsste der Geist aufhören zu sinnieren. Dann wiederum würde er aber nichts mehr als gegeben erkennen (sic!). Ein nicht reflektierender Geist wäre selber Nichts es sei denn er besäße trotz eingestellter Widerspiegelung auch weiterhin ein stillstehendes Bewusstsein für sein eigenes Dasein. Er müsste sich selbst in dem Fall einfach als Da seiend wissen und dürfte keinerlei Zweifel, Wünsche oder sonstige sekundären Einflüsse verfolgen. Ein solcher Geist würde als da seiende Wahrheit ewig innerhalb eines sprichwörtlichen Nirvana stehen. Und solange er sich selbst als Etwas ansähe, wäre er vom Nichts unterschiedlich. So müsste er sich also in diesem Nirvana aufgeben, um mit dem wirklichen, einzig wahren Nichts eins zu werden. Erst wenn er das erreicht hätte, wäre er von seinem Selbst gereinigt und eins mit der Urquelle allen Daseins. Die wiederum kann allerdings natürlich schwerlich Nichts sein. Anstelle dessen ist sie selbstverständlich eher Alles. Und weil wir als Menschen weder begreifen was absolut Nichts oder absolut Alles eigentlich nochmal bedeutet, sagen wir bei der Urquelle allen Daseins eben es sei das Absolute.
Der einzige Geist, der das Nichts wirklich benennen kann ist derjenige, der Alles ausmacht. Nur derjenige, der nichts sieht, das nicht aus seiner Schöpfungskraft entstand, ist der Urheber von Allem einschließlich sich selbst. Damit dieser Ursprung zum Urschöpfer werden konnte, musste er zuerst einmal sich selbst erkennen und beginnen zu wissen, dass er da ist. Daraus folgt, dass die Ursache schon immer da war, aber das schöpferische Selbst oder die Identität seines Daseins erschuf er durch die Entwicklung und Sammlung seiner geistigen Fähigkeit. Damit wurde er zur Allwissenden einzigen Wahrheit und ureinzigen Identität. Aber er konnte wiederum erst zu Gott werden, indem er seine Persönlichkeit aufgab und vollkommen neutral wurde. Seine Persönlichkeit unterschied sich fortan von seiner neutralen Gesamtheit und wurde ein Teil der Welt. Wenn ein Buddhist sagt, dass Gott unpersönlich ist, dann stimmt das nur insoweit wie er Gott von seiner Schöpfung getrennt ansieht. Die Persönlichkeit Gottes steckt in seiner Schöpfung – in uns. Die Persönlichkeit Gottes bildet zugleich sein identisches Dasein. Wenn wir an Gott glauben (oder nur irgendein einzelner völlig unbekannter hyperintelligenter Igelpapagei auf Proxima Zeta Sieben) dann ist Gott automatisch vorhanden. Die Welt ist allerdings nicht Gott, sondern sie ist ein Teil seines Ganzen. Gott ist als Gesamtheit nicht innerhalb dieser Welt. Er ist nur als Abbild aus seinem eigenen Ursprung hier. Wenn also jemand plötzlich ganz aufgeregt auf die Straße gelaufen kommt, mit den Armen nervöse Bewegungen macht und erhobenen Hauptes ruft er habe gerade eben Gott in seinem Badezimmer oder einem ähnlich unwahrscheinlichen Ort gefunden, dann irrt er sich. Obwohl er teilweise recht hat. Einigen wir uns darauf, dass man ihm nichts glauben sollte.
Um das Nichts annähernd zu verstehen kann man es auch anders versuchen. Man muss sich die Frage stellen was man vor sich hätte, wenn man alles in der Welt existierende (also alles was unsere Welt ausmacht und noch ein paar Sachen dazu, die wir noch gar nicht kennen) in einem Punkt ohne jede Dimension konzentrieren würde. Seltsamerweise wird einfach Alles was es gibt (bzw. zu geben scheint) zu Nichts, wenn man es in einem Punkt sammelt. Ich finde das ist eine wertvolle Erkenntnis für jeden, der sich die Taschen voll stopft und am liebsten die Welt besitzen wollte. Denn die Besitztümer dieser Welt neigen schon mal auch ohne die Konzentration von Allem dazu zu Nichts zu werden.
Man kann das Nichts nicht beweisen. Sobald man dies versuchen würde, würde man das vermeintliche Nichts zu Etwas umpolen. So würde man also das Objekt der Untersuchung allein durch seinen eigenen reflektierenden Geist kontaminieren. Der Versuch das Nichts zu beweisen mündet in der Zerstörung der Probe. Wenn man das begreift, dann wird man den Samen zu folgender Erkenntnis in den Händen halten. Es handelt sich um die Erkenntnis, wonach man niemals in der Lage sein wird die Existenz von Gott zu beweisen oder auch nur begründet anzuzweifeln. Aber man wird damit auch gleichzeitig erkennen können, dass es einem Menschen niemals in alle Ewigkeit möglich sein wird, die Welt (vielleicht anhand einer Formel) zu verstehen. Genauer genommen ist das Verstehen eigentlich nicht ausgeschlossen. Wirklich und wahrhaftig ausgeschlossen ist allein der Verstandübergreifende Beweis dessen. Die Welt scheint in ihrer Logik so konstruiert zu sein, dass ein Geist sie nur dadurch vollständig verstehen und nachvollziehen könnte, indem er geistig zu einer Einheit mit allen anderen Geistern und zugleich der Ursache aller geistigen Reflektion wird. Selbstverständlich wird man nur dann die Welt begreifen, wenn man sein geistiges Potential und Wissen so vervollständigt und sammelt, dass man mit der Urquelle allen Daseins eine spirituelle Einheit bildet. Das zu erreichen würde nichts anderes bedeuten, als in die Schule zu gehen und zu lernen wie die Zusammenhänge sind. Aber wiederum um diesen allerletzten Schritt zur Allwissenheit beschreiten zu können, ist eine andere Sache unabdingbar – die Aufgabe des Selbst und damit auch das Motiv die Welt durch das mächtige Wissen beherrschen zu wollen. Man muss allem Sein völlig neutral gegenüber stehen. Wenn man beginnt die Informationen dieser Welt zu sammeln, dann fängt man eine sehr lange Reise an, die damit endet, dass man selbst das Zentrum aller Information ist. Man wandelt sich im allerletzten (oder allerersten) Moment zu einem neutralen Bestand von Allwissen, der nichts mehr lernen muss, und weil er alle Informationen in sich vereint hat auch keinerlei Unterschiede mehr wahrnimmt. Denn Informationen entstehen immer nur aus Unterschieden in Wertigkeiten oder aus polaren Ungleichgewichten. Das Zentrum oder die Ursache von Information ist ein neutrales Gut ohne jede Polarität oder Zustandsänderung. Genau deswegen ist es nicht erst jetzt dabei zu wachsen und zu werden, denn Wissen, Wahrheit und Information ist ja scheinbar vorhanden. Damit muss auch gleichzeitg dessen Urquelle existieren und sie muss außerdem schon vorhanden gewesen sein, als alles andere noch darüber im Zweifel lag, ob es überhaupt selbst da war oder jemals da sein würde.
So materiell substanzlos wie eine Information ist, so ist auch das Nichts, die Urquelle, das Raumzeitkontinuum (also die Wirklichkeit schlechthin) substanzlos. Was ein Mensch mit seinen Sinnen als wahr nimmt, ist der rostige Abklatsch eines konkreten, willentlich geäußerten Gedankens. Wenn man wissenschaftlich die Materie als Grundlage der Realität untersucht, dann ist das ungefähr so, als wenn man in den versteinerten Fußspuren eines Steinzeitmenschen nachkucken würde, welche Haarfarbe derjenige sich immer gewünscht hat.
Die Schwerkraft ist ebenso mit dem Raum verknüpft wie die Zeit. Ebenso wenig wie es Raumteilchen oder Zeitteilchen gibt, so wenig gibt es auch Schwerkraftteilchen. Sagen wir mal es muss diese Teilchen überhaupt nicht geben, wenn man begriffen hat, dass die Welt aus mehr besteht, als aus festen Materiebausteinen. Jeder fokussierte Gedanke ist eigentlich eine verdichtete Substanz, allerdings ohne jede konkrete Festigkeit nach materiellen Gesichtspunkten. Gedanken können konkret werden, wenn man sie verdichtet und beispielsweise Reime oder auch einfache Sätze bildet. Ein konkreter Gedanke ist fester und beständiger als jeder Betonklotz. Gedanken lassen sich nicht mit Hammer und Meißel zerbröseln. Sie können nur mit anderen Gedanken gelöst werden. Das vermeintlich substanzlos Spirituelle vor dem die moderne Wissenschaft scheinheilig vorgibt so wenig Respekt und Achtung zu haben, ist härter als jede irdisch "bodenständige" Materie. Was allerdings nicht bedeutet, dass ein Mensch vor dieser substanzlosen Härte kapitulieren muss. Ein Mensch vielleicht schon, aber ein Spirit weiß es besser. Der substanzlose Raum ist unabänderbar für jeden Menschen, aber ein Geist kann ihn dehnen wie es ihm beliebt und in kürzester Zeit den Ort wechseln. Die substanzlose Zeit ist unerbittlich für jeden alternden Menschenkörper, aber im Geist erscheint uns eine Minute mal wie ein Augenblick und mal wie eine Ewigkeit. Und die substanzlose Schwerkraft lässt sich, obwohl sie für jeden kleinen Menschen das Maß an Bodenständigkeit bestimmt, im Geist problemlos aushebeln und man schwebt geistig stets in der Gefahr abzuheben, wenn man die Materie vernachlässigt.
Es ist unkompliziert die Welt zu verstehen, wenn man seinen Geist entsprechend seiner Natur benutzt. Wenn man ihn nur auf die feste, scheinbar konkrete Wirklichkeit (die Mater Gottes) wendet, dann sieht man nicht das wahrhaft Wirksame. Nämlich den Vater aller Dinge, und das ist in diesem Fall keinesfalls der Krieg, sondern die Selbstlosigkeit und Liebe. Es ist unkompliziert die Welt zu verstehen, aber einfach ist es nicht, wenn einem der Glaube an die Wahrheit fehlt.

»Die Erde stirbt. Sie stirbt durch die Hand des Menschen und das seit langer Zeit. «,
»Nein, die Erde stirbt nicht. Sie verändert sich. Und das einzige was stirbt, mein Sohn, ist die Menschheit nicht die Erde. «
